<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>Landschaft</title>
	<atom:link href="http://landschaftentbindung.wordpress.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com</link>
	<description>die Entbindung des Ästhetischen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Dec 2010 17:38:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
<cloud domain='landschaftentbindung.wordpress.com' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
<image>
		<url>http://0.gravatar.com/blavatar/af5e34dc71d79773ce1a76fc2fc06536?s=96&#038;d=http%3A%2F%2Fs2.wp.com%2Fi%2Fbuttonw-com.png</url>
		<title>Landschaft</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com</link>
	</image>
	<atom:link rel="search" type="application/opensearchdescription+xml" href="http://landschaftentbindung.wordpress.com/osd.xml" title="Landschaft" />
	<atom:link rel='hub' href='http://landschaftentbindung.wordpress.com/?pushpress=hub'/>
		<item>
		<title>Canaletto &amp; Co.</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/12/02/canaletto-co/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/12/02/canaletto-co/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 11:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio Canal]]></category>
		<category><![CDATA[Bellotto]]></category>
		<category><![CDATA[Canaletto]]></category>
		<category><![CDATA[Carlevarij]]></category>
		<category><![CDATA[Grand Tour]]></category>
		<category><![CDATA[Guardi]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Smith]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Touristen]]></category>
		<category><![CDATA[Veduten]]></category>
		<category><![CDATA[Venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Vitelli]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=687</guid>
		<description><![CDATA[aus Neue Zürcher Zeitung, 2. 12. 2010 Unerschütterliche Eleganz Canaletto und seine Rivalen: venezianische Vedutenmalerei in der Londoner National Gallery Eine Ausstellung in London setzt Canalettos Werk in Kontext zu seinen Vorläufern, Nachfolgern und Rivalen. Die Werke zeigen Regatten, Feste und Zeremonien der «schwimmenden Stadt», vor allem aber ihre Architektur, vor deren Grösse und Pracht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=687&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/canale-grande-mit-san-simeone-piccoloc2bb-um-1740.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2378" title="Canale Grande mit San Simeone Piccolo», um 1740." src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/canale-grande-mit-san-simeone-piccoloc2bb-um-1740.jpg?w=497&#038;h=300" alt="" width="497" height="300" /></a></p>
<p>aus <em>Neue Zürcher Zeitung,</em> 2. 12. 2010</p>
<h1><strong>Unerschütterliche Eleganz </strong></h1>
<h2><span style="font-family:bbbuk;"><span style="font-size:medium;"><em>Canaletto und seine Rivalen: venezianische Vedutenmalerei in der Londoner National Gallery </em></span></span></h2>
<p><span style="font-family:bbbug;color:#808080;"><strong>Eine Ausstellung in London setzt Canalettos  Werk in Kontext zu seinen Vorläufern, Nachfolgern und Rivalen. Die Werke  zeigen Regatten, Feste und Zeremonien der «schwimmenden Stadt», vor  allem aber ihre Architektur, vor deren Grösse und Pracht die Menschen  nur fingernagelgross erscheinen. </strong></span></p>
<p><span style="font-family:bbnok;color:#c0c0c0;"><em>Von Marion Löhndorf </em></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">In den Gemälden des jungen  Canaletto (1697 bis 1768) ist der Himmel noch nicht so blank geputzt,  die Stadtlandschaft noch nicht so aufgeräumt wie in seinen späteren  Meisterwerken. Das war nicht etwa dem Zufall geschuldet oder seinem  persönlichen Geschmack, sondern vor allem der Nachfrage. Canalettos  Kunden bevorzugten den strahlenden Sommerhimmel einer postkartenschönen  Stadt. Seine Kunden, das waren vor allem vornehme oder reiche englische  Reisende, denen die Grand Tour durchs südliche Europa den letzten  Schliff an klassischer Bildung und Geschmack geben sollte. Komplettiert  wurden diese Bildungsreisen, die oft Monate, manchmal Jahre dauerten,  durch die passenden Souvenirs. Venezianische Stadtansichten aus den  Werkstätten ortsansässiger Meister gehörten als eine Art luxuriöser  Vorläufer der Ansichtskarte zu den beliebtesten und prestigeträchtigsten  Erinnerungsstücken. Und damit sie ins Gepäck der jungen Herrschaften  passten oder versendet werden konnten, fertigte Canaletto, dem es ein  Leichtes war, zwischen den Formaten zu wechseln, seine Bilder auf  Bestellung gern in handlichen Grössen an.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/vanvitelli.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2388" title="vanvitelli, palazzo ducale" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/vanvitelli.jpg?w=497&#038;h=265" alt="" width="497" height="265" /></a></p>
<p><strong><span style="font-family:bbnog;color:#c0c0c0;">Markt für Vedutenmalerei </span></strong></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Dafür, dass dessen Meisterschaft  nicht nur im Verborgenen blühte, sorgte Joseph Smith, der britische  Konsul in Venedig: Smith, ein Kunstkenner, Sammler und Verehrer  Canalettos, wirkte zugleich auch als sein Agent. Er besass die besten  Verbindungen und sorgte dafür, dass die Werke des Malers bekannt &#8211; und  gekauft &#8211; wurden. Noch heute hängen die schönsten Canalettos in  englischen Herrenhäusern &#8211; und in der Royal Collection des Buckingham  Palace. Durch die Verbreitung von weniger kostspieligen Stichen brachte  Smith das Geschäft seines Klienten zusätzlich in Schwung. Dass der Maler  bereits in den 1730er Jahren eine personalstark besetzte Werkstatt  einrichten konnte, gehörte zu den äusseren Zeichen seines Erfolgs. Erst  rund zehn Jahre zuvor, in den frühen 1720er Jahren, sind seine ersten  venezianischen Stadtansichten datiert. Schon um 1725 hatte der Maler und  Berater für Kunstsammler Alessandro Marchesini ausgerufen: «Antonio  Canale  .  .  . versetzt in dieser Stadt alle in Staunen, die sein Werk  sehen  .  .  . man sieht die Sonne darin scheinen.»</span></p>
<p><strong><span style="font-family:bbnog;color:#c0c0c0;">Direkte Gegenüberstellungen </span></strong></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Dass der Canaletto genannte  Giovanni Antonio Canal zwar für viele der hellste, aber nicht der  einzige Stern der venezianischen Vedutenmalerei war, belegt einmal mehr  eine Ausstellung in der National Gallery in London: Nicht zum ersten Mal  wird Canaletto hier in Bezug zu anderen Malern gesetzt, die sich mit  Venedig-Panoramen befassten. Doch die Londoner Ausstellung bezieht ihre  Spannung aus der direkten Gegenüberstellung. Oft sind dieselben  Ansichten, in denen sogar die Perspektiven übereinstimmen, nebeneinander  zu sehen. So begab sich der junge Canaletto ganz bewusst in  unmittelbare Konkurrenz zu seinem Vorläufer Luca Carlevarijs  (1663-1730), der neben Gaspare Vanvitelli (1652/53-1736) als einer der  «Erfinder» der venezianischen Vedutenmalerei galt, indem er dessen  Kompositionen gelegentlich nicht nur übernahm, sondern zu übertreffen  versuchte: Canalettos «Empfang des französischen Gesandten  Jacques-Vincent Languet, Comte der Gergy, im Dogenpalast, 4.  November  1726» (um 1727) steht in direkter Korrespondenz mit Carlevarijs&#8217;  «Empfang des britischen Gesandten Charles Montagu, 4.  Earl of  Manchester, im Dogenpalast, 22.  September 1707» (um 1707/08).</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/carlevarij.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2385" title="Carlevarij" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/carlevarij.jpg?w=497" alt=""   /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Canaletto nimmt dem Carlevarijs  nachempfundenen Szenario den feinen grauen Nebel der Melancholie,  frischt die Farben auf und dramatisiert Licht- und Schatteneffekte.  Seine Figuren bewegen sich teilweise in farblich voneinander abgesetzten  Gruppen, animiert und vielfältig. Carlevarijs hingegen griff für die  Menschen in seinen Stadtpanoramen auf ein Skizzenbuch zurück und brachte  bestimmte Figuren gern auch mehrfach in unterschiedlichen Gemälden zum  Einsatz. Sein Verfahren, Bestandteile der Menge aus einem Musterbuch  zusammenzustellen, verlieh seinen Figuren eine Tendenz zur Starrheit,  was &#8211; im Vergleich zu Canaletto &#8211; zu einem Mangel an Atmosphäre führte.</span></p>
<p><strong><span style="font-family:bbnog;color:#c0c0c0;">Traumkulisse </span></strong></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Auch Canalettos Neffe, Bernardo  Bellotto (1722 bis 1780), der den Stil seines Onkels und Lehrmeisters zu  Beginn seiner erfolgreichen Karriere geschickt zu imitieren verstand,  war Canaletto bei der Darstellung von Figuren unterlegen, wie sich im  direkten Vergleich zeigt. Selbst die Hunde wirken in Bellottos Gemälden  im Gegensatz zu denen des Onkels fast ungelenk: auch wenn sie oft  weniger als fingernagelgross &#8211; also winzig klein &#8211; auf den Ansichten zu  sehen sind, auf denen die Architektur das bestimmende Element bildet.  Die </span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/belotto-canale-grande.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2384" title="Bellotto, Canale grande" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/belotto-canale-grande.jpg?w=497&#038;h=372" alt="" width="497" height="372" /></a></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">jeweilige Gegenüberstellung der Werke lädt zur Bewertung ein, lenkt  aber auch den vergleichenden Blick auf Details und besondere Eigenheiten  der Maler: die kräftigeren, schwärzeren Schatten, die Bellotto  verwendete, das kühlere Blau seines Himmels, die eher kursorische  Wiedergabe des Wassers, die Vorliebe für grössere Formate. &#8211; Einer der  bedeutendsten Konkurrenten Canalettos war Michele Marieschi (1710-1743),  der in kurzer Zeit ein umfangreiches Werk schuf: ein temperamentvoller  Maler, von dem man annahm, dass er ohne Vorzeichnungen direkt auf der  Leinwand komponierte, grosse Bereiche seiner Gemälde noch während der  Arbeit veränderte und relativ schnell malte. Im Gegensatz zu Canaletto  bevorzugte er überraschende Kompositionen, die unerwartete Grade der  Verzerrung einbeziehen. Lange währte der Wettbewerb zwischen Canaletto  und Marieschi nicht; Marieschi starb kurz nach seinem 32.  Geburtstag.</span></p>
<p><strong><span style="font-family:bbnog;color:#c0c0c0;">Atmosphärische Dichte </span></strong></p>
<p><span style="font-family:tlnog;">Der Figurenmaler <a href="http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/05/30/francesco-guardi-1712-1793-eine-abbitte/">Francesco Guardi </a> (1712 bis 1793) fand erst spät, um 1758, zur Vedutenmalerei. Sein  eindrucksvolles Werk &#8211; das unter genauer Kenntnis desjenigen Canalettos  entstand, ohne ihn stilistisch je zu kopieren &#8211; markiert ein letztes  glanzvolles Schlusskapitel der Blütezeit des Genres: Der Markt der  kaufkräftigen aristokratischen Touristen war bereits weitgehend  erschöpft, als Guardi den Höhepunkt seines Schaffens erreichte. Guardi  war nicht wie Canaletto an Präzision interessiert und an dessen  majestätisch-klarer, optimistischer Sicht einer Welt von  unerschütterlicher Eleganz, einer Welt, die in Ordnung ist. Guardis  Venedig-Ansichten zeichnen sich weniger durch Akkuratesse als durch  atmosphärische Dichte aus. Sein nervöser Pinselstrich, der seine Gebäude  leicht erzittern zu lassen scheint, weist schon voraus auf die  romantische Sensibilität des 19.  Jahrhunderts. Guardis Werke erinnern  an Rilke und Thomas Mann, die in der Stadt eine theatralische, fast  unwirkliche Traumkulisse sahen. Canalettos Venedig als in gleissendes  Licht getauchte Stätte der Perfektion und Schönheit war bei Guardi schon  zum Ort der Vergänglichkeit geworden.</span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/12/the-lagoon-with-the-torre-008.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-692" title="Guardi-The-Lagoon-with-the-Torre-008" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/12/the-lagoon-with-the-torre-008.jpg?w=497&#038;h=249" alt="" width="497" height="249" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-family:ullsg,Helvetica,Arial;"><span style="font-size:x-small;"><span style="color:#c0c0c0;">Venice: Canaletto  and His Rivals. National Gallery, London. Bis 16.  Januar 2011. Katalog  (Yale University Press, London) £  35.-</span>.</span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/687/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=687&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/12/02/canaletto-co/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/canale-grande-mit-san-simeone-piccoloc2bb-um-1740.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Canale Grande mit San Simeone Piccolo», um 1740.</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/vanvitelli.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">vanvitelli, palazzo ducale</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/carlevarij.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Carlevarij</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/12/belotto-canale-grande.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Bellotto, Canale grande</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/12/the-lagoon-with-the-torre-008.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Guardi-The-Lagoon-with-the-Torre-008</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Gauguin&#8230;</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/11/07/gauguin/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/11/07/gauguin/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 10:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[Gauguin]]></category>
		<category><![CDATA[Landschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=656</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;ist der Nachwelt vor allem durch seine Südseebilder bekannt. Das wäre ihm wohl recht gewesen. Aber dass er auch ein starker Landschaftsmaler war, ist darüber in Vergessenheit geraten, und das ist mir nicht recht. Siehe darum &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; hier! &#160; &#160;<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=656&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/gauguin-winterlandschaft.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-657" title="gauguin winterlandschaft" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/gauguin-winterlandschaft.jpg?w=497&#038;h=371" alt="" width="497" height="371" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">&#8230;ist der Nachwelt vor allem durch seine Südseebilder bekannt. Das wäre ihm wohl recht gewesen. Aber dass er auch ein starker Landschaftsmaler war, ist darüber in Vergessenheit geraten, und das ist mir nicht recht.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Siehe darum<br />
<span style="color:#151515;"><em><strong>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</strong></em></span><em> </em></span><a href="http://aestheticanova.wordpress.com/2010/11/07/gauguin-im-tate-modern/"><em><strong>hier!</strong></em></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/656/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=656&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/11/07/gauguin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/gauguin-winterlandschaft.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">gauguin winterlandschaft</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Nach Italien!</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/11/05/nach-italien/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/11/05/nach-italien/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 22:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[18.-19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Maler]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=653</guid>
		<description><![CDATA[Der Himmel im «klassischen Land» «Viaggio in Italia. Künstler auf Reisen 1770-1880» &#8211; eine Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe Unter dem Titel «Viaggio in Italia» zeigt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, wie die Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts im Süden die Idee vom Erhabenen in der Natur, den Kanon der klassischen Literatur und das Licht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=653&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><img class="alignnone size-full wp-image-2299" title="Carl Blechen -Blick auf das Kloster Santa Scolastica bei Subiaco, 1832" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/carl-blechen-blick-auf-das-kloster-santa-scolastica-bei-subiaco-1832.jpg?w=497" alt=""   /></h1>
<h1><strong>Der Himmel im «klassischen Land» </strong></h1>
<h2><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><span style="font-size:large;"><strong> </strong></span></span> «Viaggio in Italia. Künstler auf Reisen 1770-1880» &#8211; eine Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe</h2>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;color:#808080;"><strong>Unter dem Titel «Viaggio in Italia» zeigt die  Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, wie die Künstler des 18. und 19.   Jahrhunderts im Süden die Idee vom Erhabenen in der Natur, den Kanon der  klassischen Literatur und das Licht des Himmels suchten. </strong></span></p>
<p><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;color:#c0c0c0;"><em>Von Lorenz Enderlein </em></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Der Feuer speiende Vesuv des  französischen Malers Pierre-Jacques Volaire bei Nacht, Philipp Hackerts  Horaz-Knabe, im Schatten knorriger Eichen entschlummert &#8211; in den beiden  Auftaktgemälden der Karlsruher Ausstellung «Viaggio in Italia. Künstler  auf Reisen 1770-1880» verdichten sich die Facetten eines Italienbildes,  das die Künstler des 18. und 19.  Jahrhunderts nach Süden führte: Die  Idee vom Erhabenen in der Natur und von südlicher Idylle, der Kanon der  klassischen Literatur, die naturwissenschaftliche Neugierde. Hinzu kamen  die anhaltende Antikenbegeisterung und die Bewunderung für die  italienische Kunstgeschichte, im fortschreitenden 19.  Jahrhundert  zunehmend auch die Faszination für Volkskundliches. Und immer wieder das  Licht des südlichen Himmels, das, in der Klarheit der Wintertage oder  in der Glut des Sommers, den Maler zwang, seine Auffassung von  Landschaftsmalerei und den Umgang mit der Farbe zu revidieren.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/ernst-fres-vesta-tempel-in-tivoli.jpg"><img title="Ernst Fries, Vesta-Tempel in Tivoli" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/ernst-fres-vesta-tempel-in-tivoli.jpg?w=497&#038;h=499" alt="" width="497" height="499" /></a></p>
<p><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;color:#c0c0c0;">Ein Stück eigene Geschichte </span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Wie kaum eine andere Einrichtung  in der deutschen Museumslandschaft erscheint die Karlsruher Kunsthalle  für die Ausrichtung einer solchen Schau prädestiniert. Der 1846  entstandene Bau und sein Fassadenprogramm zeugen von der  Italienbegeisterung des badischen Grossherzogs Leopold und des  Architekten Heinrich Hübsch (1795-1863). Auch ihr erster Direktor, der  Maler Carl Ludwig Frommel (1789-1863), zehrte in seinem Werk von den  Früchten seiner Italienaufenthalte. Schliesslich verwiesen die  Ausbildungsziele der 1854 gegründeten Karlsruher Kunstschule immer  wieder auf das Land südlich der Alpen.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Und man wird es &#8211; in Zeiten  spektakulärer Wanderausstellungen und aufwendiger Leihverfahren &#8211; als  eine besondere Tugend vermerken dürfen, wenn ein Haus eine solche  Ausstellung ausschliesslich aus eigenen Beständen bestreitet, um auf  diese Weise gleichzeitig ein Stück eigener Geschichte aufzuarbeiten. Im  Vergleich zu der thematisch verwandten, vor einigen Jahren in München  gezeigten Schau «Kennst Du das Land? Italienbilder der Goethezeit» ist  das Thema in Karlsruhe weiter gefasst, umgreift die Entwicklungen eines  Jahrhunderts und geht &#8211; zumindest punktuell &#8211; über das Phänomen der  Landschaftsmalerei hinaus. </span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">So etwa mit der Präsentation  ausgewählter nazarenischer Kartons aus der bedeutenden Sammlung, die  noch unter der Ägide von Hübsch und Frommel angelegt worden war. Die  Arbeiten des in Rom lebenden Malers Friedrich Overbeck (1789-1869) oder  die seines Freundes und Kollegen Julius Schnorr von Carolsfeld  (1794-1872) machen unmittelbar deutlich, wie direkt die Maler des  Lukasbundes den Werken Peruginos und Raffaels huldigten, aber auch, wie  bewusst sie sich angesichts einer thematischen Aufgabe an einem  bestimmten historischen Vorbild orientierten. Ein Phänomen stilistischer  Reflektiertheit, das Schnorr selbst einmal mit der Metapher umschrieben  hat, die Kunst seiner Zeit habe «ihre Unschuld verloren».</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Die gesonderte wirtschaftliche  Vermarktung der Kartons war von den Künstlern meist schon mit  einkalkuliert. Schnorr hoffte für seine grossformatigen Zeichnungen zum  «Orlando furioso» im römischen Casino Massimo auf einen finanzkräftigen  Lord, der den gesamten Zyklus erwerben sollte, um dann in England damit  den originalen Raum nachzustellen. Dazu kam es nicht. Die Werke wurden  schliesslich auseinandergerissen und gingen in zwei Teilen an das  Frankfurter Städel und &#8211; über den befreundeten Hübsch &#8211; in die neu  gegründete Karlsruher Kunsthalle.</span></p>
<h1><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-viaggio_in-italia.jpg"><img title="karlsruhe viaggio_in italia" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-viaggio_in-italia.jpg?w=398&#038;h=544" alt="" width="398" height="544" /></a></h1>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Ästhetischer und qualitativer  Höhepunkt des Rundgangs ist der Überblick über die deutsche  Pleinair-Malerei von Blechen bis Böcklin, von den 1820ern bis in die  1850er Jahre. Der Betrachter wird gleich beim Eintritt in Carl Blechens  (1798 bis 1840) lehmige Schlucht unterhalb des Benediktinerklosters  Santa Scolastica in Subiaco hineingezogen. In erstaunlich modern  anmutendem Pinselduktus und kühn nebeneinander gesetzten Farbwerten  verarbeitete der Berliner Maler die Eindrücke seiner folgenreichen  Italienreise von 1828/29. An diesem Bild müssen sich die anderen  Arbeiten des Raumes messen lassen, in denen genau diesen malerischen  Errungenschaften im künstlerischen Umfeld der badischen Residenz  nachgespürt wird. Und es gelingt ihnen, vor allem den locker, mitunter  fast monochrom kolorierten Arbeiten des Heidelbergers Ernst Fries  (1801-1833), der in den 1820er Jahren an der Seite des Franzosen Camille  Corot (1796-1875) die römische Campagna durchstreifte. </span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">In ungewöhnlichen Ausschnitten und  sensiblen Lichtstudien italienischer Motive sammelte auch der  Karlsruher Akademiedirektor Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863) auf  Reisen Material für seine historischen Landschaften. Die Maler fanden  sich &#8211; das macht die Ausstellung deutlich &#8211; immer wieder an den gleichen  Orten der Umgebung Roms wieder, und es ist gerade deshalb reizvoll, zu  beobachten, auf welche Weise etwa die künstlerischen Interessen von  Fries und Schirmer angesichts eines identischen Bildausschnitts im Park  von Ariccia auseinandergingen.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Die Nachfrage des anwachsenden  Tourismus nach immer neuen Varianten eines bereits in den 1830er Jahren  kanonisierten Motivrepertoires der Italienlandschaft dehnte sich auch  auf Szenen aus dem Volksleben aus und zog eine Woge der Genremalerei  nach sich. Neben dem Vergnügen an pittoresken Szenerien sollten die  Bilder der Landbevölkerung in einheimischer Festtracht, von Fischern am  Strand oder meditierenden Mönchen das Bild ursprünglichen Lebens  vermitteln, das letztlich die mit der italienischen Landschaft  verbundenen Paradiesvorstellungen komplettierte.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;color:#c0c0c0;">Zivilisationsferne </span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Den Künstlern der zweiten  Jahrhunderthälfte wird Italien immer mehr zu einem Ort unerfüllter  Sehnsüchte. Die nächste Generation der sogenannten Deutschrömer, den aus  Speyer stammenden Anselm Feuerbach oder den Schweizer Arnold Böcklin,  zieht es auf der Suche nach den Idealen von Ursprünglichkeit und  Zivilisationsferne nach Rom und Kampanien. Risse und Spannungen prägen  das Werk Feuerbachs, so auch das hoch stilisierte, monumentale  Historiengemälde «Das Gastmahl des Plato», dessen erste Fassung 1890 für  die Kunsthalle angekauft wurde und dort den Grundstein zur Einrichtung  eines Feuerbachsaals bildete. </span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Auch im späten 19.  und frühen 20.   Jahrhundert brechen die Italienreisen der Künstler nicht ab. Die  Vorstellung vom «klassischen Land» und die sich rasant entwickelnde  italienische Zivilisation klaffen jedoch immer weiter auseinander.  Symbolisch erscheint die Kampagne des Landschaftsmalers Edmund Friedrich  Kanoldt (1845-1904) zur Rettung der berühmten Serpentara, des «heiligen  Hains» der deutschen Maler von Olevano, im Jahr 1873. Seine Eichen  hatten die Begehrlichkeiten der italienischen Eisenbahn geweckt. Am Ende  der spektakulären Aktion wurde das Wäldchen durch das Deutsche Reich  angekauft. Der «Viaggio in Italia» jedoch war längst ein anderer  geworden.</span></p>
<p><span style="font-family:ullsg,Helvetica,Arial;"><span style="font-size:x-small;">Viaggio in Italia. Künstler auf Reisen 1770-1880. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Bis 28.  November. Katalog: €  34.90.</span></span></p>
<p><span style="font-family:ullsg,Helvetica,Arial;"><span style="font-size:x-small;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/johann-wilhelm-schirmer-die-e2809ecasina-di-raffaeloe2809c-und-ein-aussichtsturm-im-park-der-villa-borghese-1839.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2301" title="Johann Wilhelm Schirmer -  Die „Casina di Raffaelo“ und ein Aussichtsturm im Park der Villa Borghese, 1839" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/johann-wilhelm-schirmer-die-e2809ecasina-di-raffaeloe2809c-und-ein-aussichtsturm-im-park-der-villa-borghese-1839.jpg?w=497&#038;h=337" alt="" width="497" height="337" /></a><br />
</span></span></p>
<h1><span style="font-family:ullsg,Helvetica,Arial;"><span style="font-size:x-small;">aus: <a href="http://www.freundederkuenste.de/stadtart/baden-baden/einzelansicht/article/kuenstler_auf_reisen_1770_1880_viaggio_in_italia_zeigt_werke_von_jean_honore_fragonard_joseph_ant.html">Gesellschaft Freunde der Künste</a><br />
</span></span></h1>
<h1><strong>Künstler auf Reisen 1770 – 1880: </strong></h1>
<h1><strong>Viaggio in Italia</strong></h1>
<h2>zeigt Werke von  Jean-Honoré Fragonard, Joseph Anton Koch bis Anselm Feuerbach vom  11.9-28.11.2010 in Karlsruhe</h2>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-schirmer-oder.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-671" title="karlsruhe Schirmer oder..." src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-schirmer-oder.jpg?w=497&#038;h=358" alt="" width="497" height="358" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Künstlerreisen nach Italien sind in der Sammlung  der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe durch eine <span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">immense Fülle von Werken  belegt, von denen nun erstmals eine Auswahl vorgestellt wird. „Viaggio  in Italia. Künstler auf Reisen 1770 – 1880“ zeigt mehr als 150 Skizzen  und Zeichnungen, Aquarelle und Ölstudien, aber auch großformatige  Kartons, Gemälde und Druckgraphik.</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Vor allem Rom als internationales Kunstzentrum zog  Künstler aus ganz Europa an und bildete ein Forum für einen regen  Austausch unter Malern, Architekten und Bildhauern. So vereint die  Ausstellung unter anderem Werke von Jean-Honoré Fragonard, Joseph Anton  Koch, Bertel Thorvaldsen, Julius Schnorr von Carolsfeld, Carl Blechen,  Camille Corot, Johann Wilhelm Schirmer, Arnold Böcklin und Anselm  Feuerbach.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden  Landschaftsmotive. Sie beginnt mit einigen Arbeiten französischer  Künstler wie Claude Lorrain, Hubert Robert und Jean-Honoré Fragonard.  Die jungen Stipendiaten der französischen Akademie in Rom durchstreiften  die Campagna in der Nachfolge Lorrains, um zu zeichnen. Künstler  wie Fragonard suchten nicht die unberührte, sondern die kultivierte  Natur in Form von Parklandschaften, die sich als Kulisse für amouröse  und gesellige Szenen eignete. Den französischen Werken werden Arbeiten  von deutschen Künstlern wie Jakob Philipp Hackert, Wilhelm Friedrich  Gmelin und Joseph Anton Koch gegenübergestellt, für die Italien vor  allem aufgrund seiner historischen Dimension und seiner  geschichtsträchtigen Stätten zum einzigartigen Anziehungspunkt wurde.  Ihnen fehlte das Sammelbecken einer Akademie, doch knüpften sie  vereinzelt Kontakte zu ihren Kollegen aus Frankreich und gründeten  eigene Zirkel, in denen sie Ideen  austauschten.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Angeregt durch naturwissenschaftliche Forschungen,  interessierte die Natur in der Vielfalt ihrer Erscheinungen.  Wasserfälle, Grotten und Felsmassive gehörten zu den bevorzugten  Motiven, die man auf ausführlichen Wanderungen vor Ort studierte. Aus  einzelnen Versatz-stücken wurden Landschaften komponiert, die ein  harmonisches und ideales Ganzes bilden sollten. Eine Reihe von  Druckgraphiken – die „Mahlerisch radierten Prospecte“ –  zeugt davon,  wie beliebt diese Sujets waren und wie weit sie verbreitet wurden.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Parallel zur Beschäftigung mit der Landschaft und  der Antike ließen sich die Künstler im Umfeld der Nazarener von der  Malerei der italienischen Frührenaissance inspirieren. In großformatigen  Kartons, die als Entwürfe für Fresken dienten und nur wenige Jahre vor  der Eröffnung der Kunsthalle erworben wurden, widmeten sich Künstler,  unter ihnen Julius Schnorr von Carolsfeld, literarischen Themen wie den  großen Epen des Ariost. Zugleich wandten sie sich verstärkt christlichen  Motiven zu und schufen verinnerlichte, tief religiöse Kompositionen,  die mit Werken von Marie Ellenrieder und Johann Friedrich Overbeck  beispielhaft vertreten sind.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/hackert-jakob-philipp-1781-karlsruhe-35523602.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-673" title="Hackert  Jakob Philipp, 1781 Karlsruhe 35523602" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/hackert-jakob-philipp-1781-karlsruhe-35523602.jpg?w=497&#038;h=365" alt="" width="497" height="365" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">In den zwanziger und dreißiger Jahren des 19.  Jahrhunderts veränderte sich der Blick auf die Natur. Die Aquarelle,  Ölstudien und Zeichnungen von Carl Blechen oder Ernst Fries spiegeln die  Auseinandersetzung mit der Vielfalt der Natur und die Suche nach einer  malerischen Umsetzung des südlichen Lichtes. Dabei faszinierte ein  knorriger Baumstamm ebenso wie die Ruine eines antiken Tempels oder eine  dramatische Schlucht von Carl Blechen („Blick auf das Kloster Santa  Scolastica bei Subiaco“, 1832). Mit Bleistift, in Aquarell oder auch in  Öl werden die Eindrücke unmittelbar vor dem Motiv festgehalten.  Derartige Studien – beispielsweise auf Capri – werden für Ernst Fries  ebenso wie für seinen französischen Kollegen Camille Corot, dem er in  Italien begegnete, zum Ausgangspunkt späterer, nach der Rückkehr  entstandener Werke.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Von besonderem Interesse für die reisenden Künstler  war immer wieder auch der Blick auf das ländliche Leben. Häufig  idealisierten sie es als sorgenfreies geselliges Dasein unter südlicher  Sonne. Während viele Künstler das Anekdotische in solchen Darstellungen  suchten, gestaltete ein so herausragender Porträtist wie Franz Xaver  Winterhalter seine  „Römische Genreszene“ (1833) als ein Sinnbild von  Schönheit und Jugend. Der Spätromantiker Anselm Feuerbach idealisierte  seine Lebensgefährtin Nanna Risi 1861 in einem Bildnis zu einer  antikisch anmutenden Gestalt.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Ihre Fortsetzung findet die Landschaftstradition in  den Werken Johann Wilhelm Schirmers, der 1839/40 nach Italien reiste.  Auf der Suche nach Motiven zeichnete und malte er im Freien. Dabei geben  seine Arbeiten nicht immer einen spontanen Natureindruck wieder.  Viele  seiner Ölstudien komponierte er sorgfältig und überarbeitete sie zum  Teil mehrfach. Schirmer, der erster Direktor der Karlsruher Akademie  wurde, prägte als Lehrer mit seiner  Italienbegeisterung die  nachfolgende Künstlergeneration entscheidend.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Zu seinen Schülern – damals noch an der Düsseldorfer  Akademie – gehörte nicht zuletzt Arnold Böcklin, für den Italien zur  werkbestimmenden Inspirationsquelle und wiederholt zum Lebensmittelpunkt  wurde. Für die jüngere Künstlergeneration, zu der Emil Lugo und Edmund  Kanoldt zählten, blieb die Landschaftsmalerei der vorangegangenen  Jahrzehnte vorbildlich.</span></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-blechen-oder.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-674" title="Karlsruhe Blechen oder..." src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-blechen-oder.jpg?w=497&#038;h=355" alt="" width="497" height="355" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Ein eigener Raum ist den Karlsruher Architekten  gewidmet, die nach Italien reisten und dort nicht nur die Bauwerke  skizzierten, sondern auch malerische Ansichten schufen. Die Spannbreite  reicht von Friedrich Weinbrenner, der das Stadtbild Karlsruhes um 1800  mit seinen Bauten wesentlich bestimmte, bis hin zu Josef Durm, dessen  Formensprache sich nicht mehr an der klaren Strenge der Antike  orientierte, sondern durch die überbordende Dekorationsfülle des  Manierismus beeinflusst wurde.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Die Karlsruher Ausstellung schöpft aus einem Fundus,  der bereits vom badischen Fürstenhaus angelegt wurde. Vor allem  Großherzog Leopold, der Italien als junger Mann auf seiner „Grand Tour“  gründlich kennengelernt hatte, förderte Künstler, vergab Reisestipendien  und erwarb italienische Ansichten. Als Bauherr der Kunsthalle in  Karlsruhe wählte Leopold mit Heinrich Hübsch einen Architekten, dessen  Stil auf klassische Vorbilder der italienischen Baukunst referierte. Das  Gebäude bildet somit einen idealen Rahmen für eine Ausstellung,in der  der Italiensehnsucht jener Zeit nachgespürt wird.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/pierre-jacques-volaire-der-ausbruch-des-vesuvs-am-14-mai-17711.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2298" title="Pierre-Jacques Volaire -  Der Ausbruch des Vesuvs am 14. Mai 1771" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/pierre-jacques-volaire-der-ausbruch-des-vesuvs-am-14-mai-17711.jpg?w=497&#038;h=296" alt="" width="497" height="296" /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/653/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=653&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/11/05/nach-italien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/carl-blechen-blick-auf-das-kloster-santa-scolastica-bei-subiaco-1832.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Carl Blechen -Blick auf das Kloster Santa Scolastica bei Subiaco, 1832</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/ernst-fres-vesta-tempel-in-tivoli.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Ernst Fries, Vesta-Tempel in Tivoli</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-viaggio_in-italia.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">karlsruhe viaggio_in italia</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/johann-wilhelm-schirmer-die-e2809ecasina-di-raffaeloe2809c-und-ein-aussichtsturm-im-park-der-villa-borghese-1839.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Johann Wilhelm Schirmer -  Die „Casina di Raffaelo“ und ein Aussichtsturm im Park der Villa Borghese, 1839</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-schirmer-oder.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">karlsruhe Schirmer oder...</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/hackert-jakob-philipp-1781-karlsruhe-35523602.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Hackert  Jakob Philipp, 1781 Karlsruhe 35523602</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/11/karlsruhe-blechen-oder.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Karlsruhe Blechen oder...</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/11/pierre-jacques-volaire-der-ausbruch-des-vesuvs-am-14-mai-17711.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Pierre-Jacques Volaire -  Der Ausbruch des Vesuvs am 14. Mai 1771</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Monet im Grand Palais.</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/10/22/monet-im-grand-palais/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/10/22/monet-im-grand-palais/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 20:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[daneben gegriffen]]></category>
		<category><![CDATA[Grand Palais]]></category>
		<category><![CDATA[Monet]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[wunderschön]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=639</guid>
		<description><![CDATA[gekürzt aus Neue Zürcher Zeitung, 21. Oktober 2010 . In der Naherholungszone Eine grosse Retrospektive zu Claude Monet im Pariser Grand Palais Claude Monet hat das Licht studiert, um den Effekt seiner Bilder zu optimieren und so Gegenwelten anzubieten, in denen sich der Blick von den Zumutungen des modernen Lebens erholen kann. Das lässt sich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=639&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/bei-eretat-56a9-4698-bed8-f830ce3993ef.jpg"><img class="size-full wp-image-2233 alignnone" title="Stürmische See bei Étretat 56A9-4698-BED8-F830CE3993EF" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/bei-eretat-56a9-4698-bed8-f830ce3993ef.jpg?w=497&#038;h=251" alt="" width="497" height="251" /></a></div>
<div>gekürzt aus<em> Neue Zürcher Zeitung, </em>21. Oktober 2010</div>
<div><span style="color:#000000;">.</span></div>
<h1><strong>In der Naherholungszone</strong></h1>
<h2>Eine grosse Retrospektive zu Claude Monet im Pariser Grand Palais</h2>
<p><strong><span style="color:#808080;"><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Claude Monet hat das Licht studiert, um den Effekt seiner Bilder  zu optimieren und so Gegenwelten anzubieten, in denen sich der Blick von  den Zumutungen des modernen Lebens erholen kann. Das lässt sich derzeit  gut in Paris überprüfen.</span></span></strong></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><em><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">Von Samuel Herzog</span></em></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Wenn wir einen von grün leuchtenden Bäumen gesäumten  Fluss, einen Seerosenteich oder auch nur einen Garten voller Blumen  sehen, dann bildet sich auf unseren Lippen neben allerlei Seufzern des  Wohlgefallens auch gelegentlich der Satz: «Das ist ja fast ein Monet.»  Der Name «Monet» wird dabei gleichsam zu einem Synonym für das etwas  schwierige Wort «schön». Interessant ist aber vor allem auch das «fast».  Es meint einerseits, dass uns Bäume, Garten oder Teich «fast» wie  gemalt erscheinen. Andererseits sagen wir damit aber auch, dass das  Stück Welt vor uns zwar schön sei, aber doch nicht ganz so schön wie bei  Monet.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet-boats-in-the-port-of-honfleur.jpg"><img class="size-full wp-image-2243 alignnone" title="monet-boats-in-the-port-of-honfleur" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet-boats-in-the-port-of-honfleur.jpg?w=497" alt=""   /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Wie prachtvoll die Welt bei Monet ist, zeigt derzeit eine Schau im  Pariser Grand Palais (bis 24. Januar 2011) – mit 176 Gemälden eine der  umfangreichsten Ausstellungen, die dem Maler in den letzten Jahren  gewidmet worden sind. Natürlich fehlen trotzdem ein paar wichtige Bilder  – die eponyme «Impression, soleil levant» von 1872 etwa hat das Musée  Marmottan nicht verlassen dürfen, die berühmte «Japonaise» ist in Boston  geblieben, usw.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">«Monet», wie die Ausstellung ebenso schlicht wie gewaltig heisst, ist  nicht chronologisch geordnet, sondern nach Themen: Sie beginnt mit den  Seestücken aus der Normandie und führt über «Argenteuil et les environs  de Paris» nach Vétheuil (1878–1881), um wieder an den Atlantik  zurückzukehren, dann «Sur les rives de la Méditerranée» zu verweilen und  nachher die Belle-Ile-en-Mer und la Creuse anzulaufen. Es folgen  Kapitel zum Stillleben, zu den Figurenbildern und Porträts, zu den  seriellen Werken der 1890er Jahre (Heustöcke, Pappeln in Giverny, die  Kathedrale von Rouen, die japanische Brücke in seinem Garten in  Giverny). Eine nächste Abteilung versammelt besonders romantische Szenen  unter dem Titel «Sous l&#8217;emprise des souvenirs, du rêve et de la  nostalgie», dann folgen London, Venedig, Garten- und Seerosenbilder  sowie zuletzt «L&#8217;envolée des Nymphéas». Die Ausstellung zeigt  ausschliesslich Gemälde und keinerlei Skizzen, kaum Fotos und nicht ein  einziges Dokument. Sie macht damit deutlich, dass sie keine didaktischen  Absichten verfolgt und keine Studienausstellung sein will: Es geht  schlicht um impressionistische Prachtentfaltung, um ungebremste  Monetmentalität.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet_the_stream_of_robec_rouen.jpg"><img title="Monet_The_Stream_Of_Robec_Rouen" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet_the_stream_of_robec_rouen.jpg?w=497&#038;h=385" alt="" width="497" height="385" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Dass die Wirklichkeit, heute zumindest, nie so schön ist wie bei  Monet, hat zunächst natürlich damit zu tun, dass Bilder meist nur einen  optimalen Ausschnitt der Welt präsentieren – eine Konzentration auf eine  bestimmte Perspektive, die in der Regel alles Störende auslässt: die  Autobahn in unserem Rücken, die Teenager mit ihrem Ghetto-Blaster neben  uns, die mit Schlamm gefüllte PET-Flasche zu unseren Füssen. Gern und  oft hat die Kunstgeschichte darauf hingewiesen, dass auch bei Monet  gelegentlich am Horizont unendlicher Getreidefelder ein Fabrikschlot  erscheint (zum Beispiel in «Chemin dans les vignes, Argenteuil» von  1872) – aber er erscheint eben meist am Horizont, in einer anderen,  fernen Realität. Selbstverständlich hat Monet auch städtische Szenen  gemalt. Aber gerade dort, wo das beginnende Industriezeitalter am  heftigsten pocht, in einem Bahnhof nämlich, wo die Lokomotiven ein und  aus rattern, interessiert er sich eigentlich nur für Dampf und Rauch,  also gewissermassen für jenen Teil der neuen mechanischen Welt, der so  etwas wie ein Naturphänomen produziert. Als er 1877 in der Pariser Gare  Saint-Lazare malte, sollen die Loks auf seinen Wunsch hin gar  zusätzlichen Dampf abgelassen haben.</span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">Der kostbare Moment</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Interessant sind vor diesem Hintergrund auch einige seiner  Figurenbilder – allen voran «Camille Monet sur son lit de mort» von  1879. Die Frau, die der Maler 1870 geheiratet hat, liegt mit  geschlossenen Augen und offenem Mund da, bleich in einem Meer aus Laken.  Ihr Körper ist unter den weissen, rosafarbenen, gräulichen und  bläulichen Strichen, mit denen Monet die Bettlaken gemalt hat, kaum mehr  als eine Ahnung. Monet malt seine sterbende Gattin also im Grunde wie  eine Schneelandschaft, wie «La Pie» von 1869 etwa, wo die Strukturen der  Landschaft unter dem Schnee nur noch Andeutung sind und sich das Licht  des Himmels mit seinen bläulichen und rosafarbenen Schattierungen im  Weiss der Decke bricht.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/dorfeingang-von-vetheuil-im-winter.jpg"><img class="size-full wp-image-2238 alignnone" title="dorfeingang-von-vetheuil-im-winter" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/dorfeingang-von-vetheuil-im-winter.jpg?w=497" alt=""   /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Dass uns die Welt bei Monet oft besonders schön erscheint, hat auch  mit den Momenten zu tun, die er für seine Bilder wählt: Oft sind es  besonders flüchtige Zustände und auch solche, in denen sich die  Landschaft bis zu einem gewissen Grad entzieht. Er malt die Klippen von  Etretat bei Sturm («Grosse mer», 1869), den Hafen von Le Havre bei Nacht  (1873), begeistert sich für das Aufbrechen des Eises bei Vétheuil  (1880) und immer wieder natürlich für die Abendstimmung, den  Sonnenuntergang: von der «Seine à Bougival» von 1870 bis zu den letzten  Bildern aus Giverny. In «Soleil d&#8217;hiver, Lavacourt» von 1880  interessiert ihn das alle Formen der Landschaft verschleiernde Licht der  späten Wintersonne, und in Varengeville malt er zur Mittagsstunde, wie  hellste Sonne die Nuancen verschluckt («Petit Ailly», 1897). Immer  wieder begeistert er sich für Dunst und Nebel, vor allem natürlich in  seinen Serien aus London, aber auch an der Seine entstehen manch  zauberhaft verhangene Flusslandschaften, und sogar in Venedig hat sich  zwischen Monets Blick und die Paläste ein seltsamer Schleier gelegt.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Was flüchtig ist, das kommt uns oft besonders wertvoll vor – und was  sich vor unserem Blick halb verbirgt, scheint uns besonders interessant.  Monet hat diesen Umstand genutzt, um Bilder zu schaffen, in denen sich  unser Auge wohl fühlt, in denen uns die Welt so berührt und beruhigt wie  in einer schönen Parkanlage. Natürlich hat er die Effekte des Lichts  studiert – sicher aber auch mit dem Ziel, den Effekt seiner Bilder zu  optimieren. Vielleicht hat er die Natur auch analysiert – vor allem aber  hat er sie als Maler dirigiert, sie sich apropriiert, seine  Vorstellungen auf sie projiziert. Gewiss war Monet ein «Peintre de la  vie moderne» (Baudelaire) – vor allem aber war er auch einer, der mit  seinen im besten Licht erscheinenden Landschaften, Gärten und Blumen dem  Blick Erholung bot von den Anstrengungen ebendieser «vie moderne».  Monet war einer, der mit viel Geschick Naherholungszonen für die Wand  schuf – was </span><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/claude-monet-pluie-a-belle-ile-1886.jpg"><img class="alignleft" title="Claude Monet  Pluie à Belle-Ile 1886." src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/claude-monet-pluie-a-belle-ile-1886.jpg?w=297&#038;h=300" alt="" width="297" height="300" /></a><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">seine Zeitgenossen ebenso zu schätzen wussten wie die  Besucherströme, die sich heute durch den Grand Palais drücken. Wer sich  die Zeit nimmt, im Anschluss an die Ausstellung Monets «Nymphéas» in der  nahen Orangerie zu besuchen, staunt dann doch, wie weit er dabei  gegangen ist.</span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">The Good, the Bad and the Ugly</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Wenn es in der Kunstgeschichte das Gute gibt, dann sind das  zweifellos die Impressionisten, die uns heute fast als die Verteidiger  einer modernen Welt vorkommen – wobei ihre Moderne wenig mit den  Schrecken der Industrialisierung zu tun hat und eher ausserhalb der  wüsten Zonen unserer Städte stattfindet: Pleinairismus statt stinkender  Schlote, eine Bio-Moderne sozusagen. &#8230;</span></p>
<p>____________________________________________________________________________</p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;"><em>Nota.</em></span></span></p>
<p><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">Lieber Leser, Sie werden finden, dass die Bilder, die ich für diesen  Eintrag ausgewählt habe, nicht recht zum Tenor des Textes passen. Ich  nehme auch an, dass sie nicht im <em>Grand Palais</em> hängen. Dort wird man andere gewählt haben. Sonst hätte der Autor der <em>NZZ</em> einen andern Text schreiben müssen.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">Mit andern Worten, auch die Mitarbeiter der <em>NZZ</em> greifen manchmal daneben.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;"><em>J. E.</em><br />
</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet_general_view_of_rouen_from_st_catherines_bank.jpg"><img class="size-full wp-image-2241 alignnone" title="Monet_General_View_Of_Rouen_From_St_Catherines_Bank" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet_general_view_of_rouen_from_st_catherines_bank.jpg?w=497&#038;h=389" alt="" width="497" height="389" /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/639/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/639/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=639&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/10/22/monet-im-grand-palais/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/bei-eretat-56a9-4698-bed8-f830ce3993ef.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Stürmische See bei Étretat 56A9-4698-BED8-F830CE3993EF</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet-boats-in-the-port-of-honfleur.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">monet-boats-in-the-port-of-honfleur</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet_the_stream_of_robec_rouen.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Monet_The_Stream_Of_Robec_Rouen</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/dorfeingang-von-vetheuil-im-winter.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">dorfeingang-von-vetheuil-im-winter</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/claude-monet-pluie-a-belle-ile-1886.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Claude Monet  Pluie à Belle-Ile 1886.</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/monet_general_view_of_rouen_from_st_catherines_bank.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Monet_General_View_Of_Rouen_From_St_Catherines_Bank</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Corot.</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/10/14/corot/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/10/14/corot/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 19:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[Corot]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=635</guid>
		<description><![CDATA[aus: NZZ, 12. 10. 2010 Revolutionär ohne Gegner Das Genfer Musée Rath präsentiert «Corot en Suisse» Das Genfer Musée d&#8217;art et d&#8217;histoire feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Der Höhepunkt des Jubiläums ist zweifellos die Ausstellung «Corot en Suisse», die derzeit im Musée Rath zu sehen ist. Von Marguerite Menz Schon 1859 hatte der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=635&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/genfersee1825.jpg"><img class="size-full wp-image-2200 alignnone" title="GenferSee1825" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/genfersee1825.jpg?w=497&#038;h=324" alt="" width="497" height="324" /></a></p>
<p>aus: <em>NZZ,</em> 12. 10. 2010</p>
<h1><span style="font-size:large;color:#ffffff;"><strong>Revolutionär ohne Gegner </strong></span></h1>
<p><span style="font-size:medium;color:#c0c0c0;"><span style="font-size:16pt;font-family:Garamond;">Das Genfer Musée Rath präsentiert «Corot en Suisse» </span></span></p>
<p><span style="color:#808080;"><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><strong>Das Genfer Musée d&#8217;art et d&#8217;histoire feiert in  diesem Jahr seinen 100.  Geburtstag. Der Höhepunkt des Jubiläums ist  zweifellos die Ausstellung «Corot en Suisse», die derzeit im Musée Rath  zu sehen ist. </strong></span></span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><em><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">Von Marguerite Menz </span></em></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Schon 1859 hatte der Kanton Genf  anlässlich der «Exposition cantonale des Beaux-Arts» die ersten zwei  Bilder des Meisters angekauft: «Nymphe couchée dans la campagne ou Le  repos» und «Rêverie sur l&#8217;étang (Un soir à Ville d&#8217;Avray)». Es war zum  zweiten Mal, dass sich Corot an dieser Ausstellung beteiligt hatte. 1857  war ihm dabei die höchste Auszeichnung, die Ehrenmedaille, verliehen  worden &#8211; trotz dem Widerstand des Genfer Malers François Diday, der  meinte, «que l&#8217;on attache un pinceau à la queue de mon chien, il en  saura faire autant». Inzwischen ist die Corot-Sammlung des Museums dank  verschiedenen Schenkungen auf vierzehn Gemälde, eine Zeichnung und  vierzig grafische Blätter angewachsen. Dass ausgerechnet im vergangenen  Juni dank der Hilfe zweier privater Stiftungen mit «Jeune Femme à la  Fontaine» (um 1860) ein weiteres wichtiges Werk erworben werden konnte,  ist ein Glücksfall; eine sogenannte «Figure de fantaisie» hatte bisher  in Genf noch gefehlt.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Jean-Baptiste Corot (1796-1875)  war der Schweiz sehr verbunden. Sein Grossvater mütterlicherseits, der  als Gardist am Hof von Versailles gedient hatte, stammte aus dem Kanton  Freiburg. Seine Mutter, Marie-Françoise Oberson, führte in Paris ein  Damenhutgeschäft. Doch allein aufgrund seiner familiären Wurzeln, die  von der französischen Kunstgeschichte gerne übergangen werden, lassen  sich die zahlreichen Aufenthalte in der Westschweiz nicht erklären.  1825, bei seinem ersten Aufenthalt in Rom, hatte er den Neuenburger  Maler Léopold Robert kennengelernt, es folgte bald der Genfer  Jean-Gabriel Scheffer, später u.  a. Barthélemy Menn. Der von Natur aus  gesellige Corot mochte es, Künstlerkollegen um sich zu scharen und  gemeinsam im Freien zu malen: in Barbizon wie im Genfer Winzerdorf  Dardagny oder auf dem Schloss Greyerz.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Anders als bei vielen  Zeitgenossen, die im 19.  Jahrhundert die Schweiz bereisten, galt das  Interesse Corots nicht dem Alpenland mit seinen erschreckend hohen  Gipfeln, Gletschern und tosenden Wildbächen. Die verschneiten Berge  rücken in die Ferne, hinter die sanften Hügel und die saftig grünen  Baumgruppen, weit weg von See oder Stadt. Die Schweizer Bilder, darunter  eine frühe Ansicht von Lausanne (1825), Genf von der Rhone aus gesehen  mit einer geheimnisvollen leeren, schwarzen Barke (1834), «Le quai des  Pâquis à Genève» im Sonnenlicht (um 1842) oder die zauberhafte  Landschaft mit Bauernhaus, «Une ferme de Dardagny» (1855-1857), bilden  den ersten Teil der Ausstellung im Musée Rath. Doch hat «Corot en  Suisse» einen doppelten Sinn. Im zweiten Teil der grossen Schau sind  nämlich ausschliesslich Werke aus Schweizer Kollektionen versammelt. Sie  sind so zahlreich und vielfältig, dass daraus recht eigentlich eine  Retrospektive entstanden ist. Corot gilt als Künstler an der Schwelle  zwischen Klassik und Moderne; daher ist es nicht erstaunlich, dass er  sowohl von Sammlern alter Kunst wie von Liebhabern neuerer Kunst  geschätzt wird.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Als Corot sich  sechsundzwanzigjährig entschloss, Künstler zu werden, gab es in Paris  keine Landschaftsmaler von Bedeutung. Der gleichaltrige, begabte  Achille-Etna Michallon, dessen Atelier er besuchte, starb schon 1822. Es  waren die alten Meister, Claude Lorrain und Nicolas Poussin, und vor  allem die Jahre in Rom 1825 bis 1828, die seine Kunst massgeblich  geprägt haben. Gemälde aus dieser Zeit wie der Palazzo Chigi in Ariccia  oder der Monte Pincio in Rom zeigen einen eigenwilligen, von breiten  Flächen und Helldunkelkontrasten bestimmten Stil. Gerade bei  Stadtansichten ist Unspektakuläres, eine Mauer oder ein Erdhügel, ebenso  wichtig wie ein Palast oder eine Kirche. Die Baumstudie aus dem Park  der Villa d&#8217;Este in Tivoli (1843), ehemals im Besitz von Edgar Degas,  nähert sich schon beinahe der Abstraktion. Beim reifen Corot werden die  immer noch nach klassischen Regeln aufgebauten Landschaften  stimmungsvoller. Die Natur, Bäume, stille Wasser, der Himmel,  eingetaucht in ein diffuses Licht. Gegenstände und Menschen sind nur  undeutlich zu erkennen, manchmal reduziert auf einen kleinen roten Punkt  inmitten eines blaugrünen oder braunen Farbenschleiers. Diesen  undramatischen Landschaften im Wesen verwandt sind auch die  Figurenbilder. Das junge Mädchen mit dem Blumensträusschen wirkt still  und in sich gekehrt, auch die melancholische Odaliske und sogar die  geradezu monumentale Italienerin am Brunnen aus dem Kunstmuseum Basel.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Jean-Baptiste Corot ist kein Maler des Erhabenen. Seine Bilder spiegeln das Alltägliche und Vertraute. Der  Kunsthistoriker Rudolf Zeitler schrieb über ihn: «Er war Revolutionär,  ohne gegen jemanden zu revoltieren.» War er also nicht schweizerischer,  als man es in Frankreich wahrhaben will?</span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;">Corot en Suisse. Musée Rath, Genf. Bis 9.  Januar 2011. Katalog.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/le-quai-des-paquis-a-geneve-1842.jpg"><img class="size-full wp-image-2201 alignnone" title="Le quai des Pâquis à Genève, 1842" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/le-quai-des-paquis-a-geneve-1842.jpg?w=497&#038;h=357" alt="" width="497" height="357" /></a></p>
<p><em><span style="font-size:14pt;font-family:Garamond;">Nota.</span></em></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;color:#808080;">Corot ist mein nächstes großes Vorhaben. Er war neben&#8230; na ja, nach Turner der zweite große Revolutionär der europäischen Malerei. Man sieht es allerdings erst auf den zweiten, dritten, vierten Blick&#8230;</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;color:#808080;">Einstweilen hänge ich noch an den deutschen Romantikern fest, die eigentlich zu meinem Thema gar nicht viel beitragen; namentlich an Carl Blechen: Darf ich über den schreiben, ohne die Frage aufzuwerfen, ob er &#8216;eigentlich überhaut noch ein Romantiker war&#8217; &#8211; und woran man das gegebenfalls erkennen kann? Aber das gehört doch nicht zu meinem Thema und ist vielleicht ohnehin eine müßige Frage.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;color:#c0c0c0;"><br />
</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/635/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/635/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=635&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/10/14/corot/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/genfersee1825.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">GenferSee1825</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/10/le-quai-des-paquis-a-geneve-1842.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Le quai des Pâquis à Genève, 1842</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Carl Wilhelm Kolbe</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/09/12/carl-wilhelm-kolbe/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/09/12/carl-wilhelm-kolbe/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 16:50:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Wilhelm Kolbe]]></category>
		<category><![CDATA[organisch]]></category>
		<category><![CDATA[Pflanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
		<category><![CDATA[surrealistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Druckgrafik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=627</guid>
		<description><![CDATA[11. September 2010, Neue Zürcher Zeitung . Riesenkräuter und Monsterbäume Druckgrafik und Zeichnungen von Carl Wilhelm Kolbe im Kunsthaus Zürich Wer war Carl Wilhelm Kolbe? In einer kleinen Ausstellung im Kunsthaus Zürich lässt sich der «Surrealist avant la lettre» wiederentdecken. Vor 200 Jahren kam der Radierer aus Dessau nach Zürich, um die Gouachen Salomon Gessners [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=627&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>11. September 2010, Neue Zürcher Zeitung</div>
<h1><span style="color:#000000;">.</span></h1>
<h1><strong>Riesenkräuter und Monsterbäume </strong></h1>
<h2>Druckgrafik und Zeichnungen von Carl Wilhelm Kolbe im Kunsthaus Zürich</h2>
<div>
<div>
<p><a title="Weidenstamm als Abschiedsgeschenk Carl Wilhelm Kolbes an Zürich. "> </a></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe.jpg"><img class="size-full wp-image-2104 alignnone" title="Carl Wilhelm Kolbe" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe.jpg?w=497&#038;h=655" alt="" width="497" height="655" /></a></p>
</div>
</div>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Wer war Carl Wilhelm Kolbe? In einer kleinen Ausstellung im  Kunsthaus Zürich lässt sich der «Surrealist avant la lettre»  wiederentdecken. Vor 200 Jahren kam der Radierer aus Dessau nach Zürich,  um die Gouachen Salomon Gessners zu kopieren.</strong></span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><em>Von Urs Steiner</em></span></p>
<p>Eine Ausstellung von Druckgrafik hat für ein Museum  selten das Potenzial eines Publikumsmagneten. Die kleine Schau im  Kabinett des Kunsthauses Zürich über den exzentrischen  Landschaftsgrafiker Carl Wilhelm Kolbe (1759–1835) jedoch könnte sich  als Ausnahme von der Regel erweisen. Denn der Hofkupferstecher im  Dienste des Fürsten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau hat im  ersten Drittel des 19. Jahrhunderts Blätter geschaffen, deren  ästhetische Wucht auch heute noch fasziniert. Ihre kunsthistorische  Bedeutung hingegen wurde erst im 20. Jahrhundert nach und nach erkannt  und verstanden.</p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><em>Lustvolles Wuchern</em></span></p>
<p>Carl Wilhelm Kolbe, ein Verehrer Salomon Gessners, reiste im Sommer  1805 auf Einladung der Familie des Dichters, Malers und Verlegers für  zuerst zwei Jahre nach Zürich, um die Gouachen aus dem Nachlass des  Universalgenies als Radierungen zu kopieren – es wurden dann drei Jahre  daraus. In Salomon Gessner erkannte Kolbe einen Geistesverwandten, hatte  der Zürcher doch in seinem letzten Lebensjahrzehnt frei erfundene  Gouache-Landschaften geschaffen.</p>
<p>Der aufgeklärte deutsche Fürst gewährte seinem bei Hofe angestellten  Künstler diese Studienreise nach Zürich nicht zuletzt aus  bildungspolitischen Gründen: Leopold wollte Dessau als Zentrum  zeitgenössischer Grafik etablieren – und dazu gehörte die Publikation  günstiger Blätter mit Motiven klassischer Meisterwerke.</p>
<p>Der in Berlin geborene Künstler Carl Wilhelm Kolbe hatte nach einem  eher lustlos absolvierten akademischen Figurenstudium die künstlerische  Freiheit in Radierungen phantastischer Landschaften gefunden. Auf seinen  Darstellungen liess er lustvoll «Riesenkräuter und Monsterbäume»  spriessen. Seine surrealistisch anmutenden Landschaften mit hypertropher  Vegetation sind einerseits akribisch beobachtete Darstellungen der  Natur, anderseits wuchern bei ihm die Gewächse ins Monumentale und  Groteske.</p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe-5.jpg"><img class="size-full wp-image-2105 alignnone" title="Carl Wilhelm Kolbe 5" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe-5.jpg?w=497&#038;h=330" alt="" width="497" height="330" /></a></p>
<p><em><span style="color:#c0c0c0;">Kein wirklicher Wald</span></em></p>
<p>Die Inspiration dazu holte sich Kolbe auf täglichen  Waldspaziergängen, wo er sich die Formen und Schattierungen der  Vegetation einprägte und daraus seine eigene Flora in frei erfundenen  Szenerien schuf. Nichts ist bei ihm wie im wirklichen Wald – ausser dem  Geist des üppigen Lebens. Selbst die abgebildeten Architekturfragmente  sind seltsam zeit- und ortlos, lassen sich nicht einordnen. Durch diese  Absage an die akademische Kunst des mimetischen Nachahmens drückt sich  allerdings auch eine politische Haltung aus – die geradezu modern  anmutende Hoffnung auf eine neue Freiheit.</p>
<p>In Zürich fiel der Exzentriker aus dem Norden Deutschlands durchaus  positiv auf: Wie Bernhard von Waldkirch, Kurator der Ausstellung im  Kunsthaus, erklärt, war Kolbe in Zürich so beliebt wie stadtbekannt. In  der Limmatstadt erlebte der Künstler, wie er in seiner Autobiografie  später schrieb, die glücklichste Zeit seines Lebens. Die Gesellschaft  der Künstler und Kunstfreunde Zürichs, wie sich die Zürcher  Kunstgesellschaft damals noch nannte, führte ihn ins kulturelle Leben  ein. Im Protokoll der Vereinigung wurde Kolbe anlässlich seiner Rückkehr  nach Deutschland entsprechend aufs Herzlichste verabschiedet und zum  Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt. Kolbe bedankte sich mit der  Kreidezeichnung eines geheimnisvollen toten Weidenstamms – einem Werk,  das danach während 200 Jahren praktisch unbemerkt in der Grafischen  Sammlung des Kunsthauses schlummerte.</p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl_wilhelm_kolbe_d_a_elbauenlandschaft.jpg"><img class="size-full wp-image-2108 alignnone" title="Carl_Wilhelm_Kolbe_d_Ä_Elbauenlandschaft" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl_wilhelm_kolbe_d_a_elbauenlandschaft.jpg?w=497&#038;h=332" alt="" width="497" height="332" /></a></p>
<p><strong><span style="color:#c0c0c0;"><em><strong>Höhlungen und Knospen</strong></em></span></strong></p>
<p>Erst mit der Werkschau zu Carl Wilhelm Kolbe, von der Anhaltischen  Gemäldegalerie Dessau konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus  realisiert, erwachte das Interesse an dem knorrigen Gewächs, das mit  seinen unzweideutigen Höhlungen und knospenden Rinden geradezu  pornografische Assoziationen erzeugt.</p>
<p>Der Zürcher Baumstrunk korrespondiert mit zwei knapp dreissig Jahre  später entstandenen Radierungen von toten Eichenstämmen, die im Zentrum  der Ausstellung stehen. Winzige Figuren unter den Baumleichen auf diesen  Grafiken illustrieren die Grössenverhältnisse, betonen aber auch die  Unausweichlichkeit des Zerfalls einst mächtiger Gehölze. Dass mit der  Darstellung auch Trauer über den Verlust des Heiligen Römischen Reiches  Deutscher Nation einherging, das unter dem Druck der napoleonischen  Kriege während Kolbes Aufenthalt in Zürich 1806 zusammengebrochen war,  kann als versteckte politische Dimension des Stumpfes verstanden werden.</p>
<p><em><span style="color:#c0c0c0;">Steter Hinweis auf den Tod</span></em></p>
<p>Das Vanitas-Motiv erscheint aber bereits in früheren Bildern mit  ihren stets etwas «angefressenen», leicht welken Riesenblättern, unter  denen sich Liebende zum Turteln finden. «Ergänzt und gestört werden die  mal zartfühlenden, mal erotischen Verweise auf die Liebe durch den  steten Hinweis auf Tod und Vergänglichkeit», schreibt Agnes Thum im  dichten, reich bebilderten Ausstellungskatalog. Trauermonumente wie  Urne, Amphore und Sarkophag seien hier ebenso zu nennen wie die  Überwucherung und die melancholische Typisierung der elegischen  Einzelfiguren.</p>
<p>Namhafte Kunsthistoriker beleuchten im Katalogbuch das Lebenswerk  Carl Wilhelm Kolbes aus allen Winkeln so facettenreich, dass man die  Ausstellung nach der Lektüre gerne ein zweites Mal besuchen möchte.  Unerwartet ist dem Kunsthaus mit dieser Ausstellung somit ein  «Blockbuster» gelungen. – Schön wär&#8217;s jedenfalls.</p>
<div><span style="color:#c0c0c0;">Zürich, Kunsthaus, bis 28. November. Katalog Fr. 59.–.</span></div>
<div><span style="color:#c0c0c0;"><br />
</span></div>
<div><span style="color:#c0c0c0;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe_carl_wilhelm_d-_a-_-_fantastical_tree_-_c-_1830.jpg"><img class="size-full wp-image-2107 alignnone" title="carl wilhelm Kolbe,_Carl_Wilhelm_d._Ä._-_Fantastical_Tree_-_c._1830" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe_carl_wilhelm_d-_a-_-_fantastical_tree_-_c-_1830.jpg?w=497&#038;h=474" alt="" width="497" height="474" /></a></span></div>
<p>aus: Mitteldeutsche Zeitung</p>
<h1>Kolbe erfährt überfällige Würdigung</h1>
<p>erstellt 26.11.09, 20:10h, aktualisiert 26.11.09, 21:07h</p>
<p><span style="color:#808080;"><strong>DESSAU/MZ/SB. Es ist selten, dass ein Fazit vorweggenommen wird. Norbert Michels  tut es trotzdem. &#8222;Mit dieser Ausstellung wird Carl Wilhelm Kolbe zu  einem festen Begriff in der Kunstgeschichte um 1800 herum&#8220;, sagt der  Direktor der Anhaltischen Gemäldegalerie und macht ein kurze Pause, um  dann einen Satz anzufügen. &#8222;Das war längst überfällig.&#8220;</strong></span></p>
<p>Anlässlich des 250. Geburtstages Kolbes wird  am Sonnabend, 18 Uhr, im Festsaal des Schlosses Georgium eine große  Jubiläumsausstellung eröffnet, die bis 31. Januar 2010 in der Orangerie  zu sehen sein wird und schon jetzt als eine kleine Sensation gilt. &#8222;Wir  können mit vielen Werken aufwarten&#8220;, kündigt Michels an, &#8222;die bislang  noch gar nicht bekannt sind.&#8220; 145 sind insgesamt zu sehen.</p>
<div>
<p>Der 1759 geborene Carl Wilhelm Kolbe ist eine der  schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Kunst um 1800 &#8211; und doch  bislang noch relativ unbekannt. &#8222;Es gab eine Dissertation aus den frühen  70er Jahren und noch eine Magisterarbeit&#8220;, sagt Michels. Doch es  brauchte das jetzige Jubiläum für intensivere Forschungen.</p>
</div>
<div>
<p>Der einst am Philanthropinum in Dessau tätige  Künstler wurde zunächst durch die Idyllen des Schweizer Maler-Poeten  Salomon Gessner bekannt, dessen Gouachen er kongenial in Radierungen  umgesetzt hat. &#8222;Doch Kolbe ging mit seinem eigenen künstlerischen  Schaffen weit über die ausgetretenen Pfade der arkadischen Idylle des  18. Jahrhunderts hinaus&#8220;, sagt Michels. Neben seinen Baumdarstellungen  aus der Auenlandschaft des Dessau-Wörlitzer  Gartenreiches, die ihm den Spitznamen &#8222;Eichen-Kolbe&#8220; einbrachte, habe  der Künstler durch die Darstellung einer sich verselbstständigenden  Natur überrascht. &#8222;Den ewigen Zyklus des Werdens und Vergehens der Natur  schildert Kolbe ebenso mit erotischen wie skurril-bedrohlichen  Fantasien&#8220;, analysiert Michels. Kolbes zukunftsweisendes Programm habe  darin bestanden, die Wirkkräfte der Natur durch Überwindung der realen  Maßstäbe ausdrucksstärker zu erfassen, um so das ursprüngliche und  uneingeschränkt Schöne von Fauna und Flora aufzudecken. &#8222;Durch seine  nahezu surrealen Szenerien hat er eine in Richtung der Moderne weisende  Initialzündung für die Überwindung der klassischen Landschaftsauffassung  geleistet.&#8220;</p>
</div>
<div>
<p>Der Ausstellung gingen Forschungen  voraus, die Gelder des Ernst-von-Siemens-Kunstfonds (43 000 Euro), des  Landes (17 000 Euro) und der Stadt (17 000 Euro) ermöglicht haben und  die zu manchen Überraschungen führten. Im Geheimen Staatsarchiv Berlin  und im Zentralarchiv der Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz  wurden 300 bislang unbekannte Manuskripte entdeckt, die Einblicke in  Kolbes Denken gaben und ihn als ausgesprochen politisch und patriotisch  motivierten Menschen erscheinen lassen. &#8222;Wir wissen beispielsweise  endlich, wie Kolbe zum Fürsten stand&#8220;, sagt Michels. &#8222;Nämlich sehr  kritisch.&#8220;</p>
</div>
<div>
<p>Die neue Erkenntnisse lassen neue  Rückschlüsse zu, die Aufnahme fanden in einen 320 Seiten starken  Katalog, für den 16 namhafte Autoren Gastbeiträge geschrieben haben.  &#8222;Kolbes Landschaften sind alles andere als bloße Heimatkunst oder  klassische Attitüde der Goethezeit, Kolbe ist alles andere als ein  besserer Heimatmaler&#8220;,  lobt Michels Kolbe als &#8222;einen ausgesprochen moderner Künstler, der weit  über seine eigene Epoche hinausgewiesen hat.&#8220; Dafür spricht, dass die  Dessauer Ausstellung im Anschluss noch im Schloss Neuhaus Paderborn und  im Kunsthaus Zürich zu sehen ist.</p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl_wilhelm_kolbe_d_a_kuh_im_schilfe.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2109" title="Carl_Wilhelm_Kolbe_d_Ä_Kuh_im_Schilfe" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl_wilhelm_kolbe_d_a_kuh_im_schilfe.jpg?w=497&#038;h=428" alt="" width="497" height="428" /></a></p>
</div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/627/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/627/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=627&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/09/12/carl-wilhelm-kolbe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Carl Wilhelm Kolbe</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe-5.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Carl Wilhelm Kolbe 5</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl_wilhelm_kolbe_d_a_elbauenlandschaft.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Carl_Wilhelm_Kolbe_d_Ä_Elbauenlandschaft</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl-wilhelm-kolbe_carl_wilhelm_d-_a-_-_fantastical_tree_-_c-_1830.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">carl wilhelm Kolbe,_Carl_Wilhelm_d._Ä._-_Fantastical_Tree_-_c._1830</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/09/carl_wilhelm_kolbe_d_a_kuh_im_schilfe.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Carl_Wilhelm_Kolbe_d_Ä_Kuh_im_Schilfe</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Deutsche Romantiker (I): C. D. Friedrich.</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/07/08/deutsche-romantiker-i-c-d-friedrich/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/07/08/deutsche-romantiker-i-c-d-friedrich/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 18:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[C. D. Friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Romantiker]]></category>
		<category><![CDATA[frömmelt]]></category>
		<category><![CDATA[hinwegsehen]]></category>
		<category><![CDATA[modern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=575</guid>
		<description><![CDATA[[Der Abschnitt über die natürliche Affinität der Landschaft zum Aquarell wird noch auf sich warten lassen. Ich will aber meine Storia nicht zu lange unterbrechen, sonst gerät sie noch in Vergessenheit.] Als nächste wären wohl die deutschen Romantiker dran. Nicht wegen ihres besonderen Beitrags zur Freisetzung des Ästhetischen durch die Entbindung der Malerei aus ihren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=575&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#808080;"><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">[Der Abschnitt über die natürliche Affinität  der Landschaft zum Aquarell wird noch auf sich warten lassen. Ich will  aber meine <em>Storia </em>nicht zu lange unterbrechen, sonst gerät sie  noch in Vergessenheit.] </span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Als nächste wären wohl die deutschen  Romantiker dran. Nicht wegen ihres besonderen Beitrags zur Freisetzung  des Ästhetischen durch die Entbindung der Malerei aus ihren thematischen  Vorgaben, sondern vielmehr &#8211; weil sie gerade keinen geleistet haben.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Beginnen wir bei dem berühmtesten:</span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><em><span style="font-size:16pt;font-family:Garamond;">Caspar David Friedrich</span></em></span></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/0175-0060_riesengebirgslandschaft_im_nebel1.jpg"><img title="0175-0060_riesengebirgslandschaft_im_nebel" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/0175-0060_riesengebirgslandschaft_im_nebel1.jpg?w=450&#038;h=354" alt="" width="450" height="354" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/032_friedrich_caspar_david_rocky_ravine1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-580" title="FRIEDRICH_Caspar_David, Felsenschlucht" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/032_friedrich_caspar_david_rocky_ravine1.jpg?w=497" alt=""   /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/167504.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-581" title="167504" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/167504.jpg?w=497" alt=""   /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/ausblick-ins-elbtal.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-582" title="Ausblick ins Elbtal" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/ausblick-ins-elbtal.jpg?w=497&#038;h=377" alt="" width="497" height="377" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/boehmische-landschaft.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-583" title="boehmische-landschaft" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/boehmische-landschaft.jpg?w=497&#038;h=332" alt="" width="497" height="332" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/das-grose-gehege.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="das große Gehege" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/das-grose-gehege.jpg?w=497&#038;h=348" alt="" width="497" height="348" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/hunengrab-im-schnee.jpg"><img title="Hünengrab im Schnee" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/hunengrab-im-schnee.jpg?w=497&#038;h=385" alt="" width="497" height="385" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/hunengrab-im-schnee.jpg"></a><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/morgen-im-riesengebirge.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-588" title="morgen-im-riesengebirge" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/morgen-im-riesengebirge.jpg?w=497&#038;h=316" alt="" width="497" height="316" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/morgennebel-im-gebirge.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-589" title="Morgennebel im Gebirge" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/morgennebel-im-gebirge.jpg?w=497&#038;h=325" alt="" width="497" height="325" /></a></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/abend.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-590" title="abend" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/abend.jpg?w=497&#038;h=340" alt="" width="497" height="340" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Man muss gar nicht wissen, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich">Friedrich</a> einer mystisch-pantheistischen Weltanschauung anhing und ihm &#8216;die Natur&#8217; als diesseitiges Antlitz Gottes galt &#8211; man sieht es ja auf seinen Bildern. Es geht ihm offenbar nicht darum, die Natur so malen, &#8216;wie sie wirklich aussieht&#8217;, und es ging ihm nicht darum, ein &#8216;schönes Bild&#8217; zu komponieren. Er will etwas <em>zeigen,</em> das den geschäftigen Blicken des Alltags verborgen bleibt, und die Malweise (vgl. die Lichtstudie im untersten Bild) dient dem <em>Zweck, </em>es auf der Leinwand sichtbar zu machen. Er malt die Natur nicht so, wie sie erscheint, sondern als etwas, das <em>hinter</em> ihr steht.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Darum kommen die Menschen auf seinen Bildern eigentlich nicht vor. Bei <em>Claude</em> erschienen sie nur als Staffage und als mythologischer Vorwand für ein triviales Landschaftsgemäde. Bei <em>Corot </em> erfüllen sie später nur eine optische Funktion. Wenn auf Friedrichs Bildern mal ein Mensch vorkommt, dann klein vor einer großen Landschaft, reglos und von hinten: Sie &#8216;stehen für&#8217; den Bildbetrachter selbst, allein und der Natur <em>gegenüber,</em> und von ihr überwältigt. Und noch lieber würzt er seine Tableaux mit verrottendem Menschenwerk, das an unsere Vergänglichkeit erinnert.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Mit andern Worten, Friedrich frömmelt altmodisch wie die Maler des Mittelalters. Im neunzehnten Jahrhundert geriet er bald in Vergessenheit, und seine Verklärung zum &#8222;deutschen&#8220; Maler im Dritten Reich hat er nicht wirklich verdient. Aber <em>weltanschaulich</em> ist seine Kunst, das macht sie fungibel, und auch für andere Zwecke als die seinen. Eine neue, verstohlene Popularität gewann sie im Umwelt-, Ganzheits- und Gesundheitskitsch der Achtziger Jahre, und das war so unverdient nicht.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Die heikle Nähe zum <a href="http://aestheticanova.wordpress.com/2008/12/28/kunst-und-kitsch-und-unterhaltung/">Kitsch</a> macht freilich den besonderen <em>modernen</em> Reiz von Friedrichs Bildern aus: Man muss aus ironischer Distanz &#8216;über sie wegsehen&#8217;, um ihre ästhetische Qualität wahrzunehmen. Man muss <em>abstrahieren;</em> im Anschauen reflektieren. Das Modernste an Friedrich ist etwas, das er ganz bestimmt nicht beabsichtigt hat.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/575/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=575&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/07/08/deutsche-romantiker-i-c-d-friedrich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/0175-0060_riesengebirgslandschaft_im_nebel1.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">0175-0060_riesengebirgslandschaft_im_nebel</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/032_friedrich_caspar_david_rocky_ravine1.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">FRIEDRICH_Caspar_David, Felsenschlucht</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/167504.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">167504</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/ausblick-ins-elbtal.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Ausblick ins Elbtal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/boehmische-landschaft.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">boehmische-landschaft</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/das-grose-gehege.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">das große Gehege</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/hunengrab-im-schnee.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Hünengrab im Schnee</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/morgen-im-riesengebirge.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">morgen-im-riesengebirge</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/morgennebel-im-gebirge.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Morgennebel im Gebirge</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/abend.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">abend</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Turner-Gemälde für Rekordpreis von 35,7 Millionen Euro versteigert.</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/07/08/turner-gemalde-fur-rekordpreis-von-357-millionen-euro-versteigert/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/07/08/turner-gemalde-fur-rekordpreis-von-357-millionen-euro-versteigert/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 06:03:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[Campo Vaccino]]></category>
		<category><![CDATA[Modern Rome]]></category>
		<category><![CDATA[Sotheby's]]></category>
		<category><![CDATA[Turner]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=597</guid>
		<description><![CDATA[Für den Rekordpreis von 29,7 Millionen Pfund (35,7 Millionen Euro) hat das J. Paul Getty Museum in Los Angeles ein Gemälde des britischen Meisters William Turner ersteigert. Das teilte das Auktionshaus Sotheby&#8217;s am Mittwoch in London mit. Das 1839 entstandene Werk &#8222;Modern Rome &#8211; Campo Vaccino&#8220; ist das letzte Bild, das Turner von Italiens Hauptstadt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=597&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/jmw-modern-rome-campo-vaccino.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-598" title="Modern-Rome-Campo-Vaccino" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/jmw-modern-rome-campo-vaccino.jpg?w=497&#038;h=346" alt="" width="497" height="346" /></a></p>
<p>Für den Rekordpreis von 29,7 Millionen Pfund (35,7 Millionen Euro)  hat das J. Paul Getty Museum in Los Angeles ein Gemälde des britischen  Meisters William Turner ersteigert. Das teilte das Auktionshaus  Sotheby&#8217;s am Mittwoch in London mit. Das 1839 entstandene Werk &#8222;Modern  Rome &#8211; Campo Vaccino&#8220; ist das letzte Bild, das Turner von Italiens  Hauptstadt Rom malte. Der Maler (1775-1851) war damals auf der Höhe  seiner Schaffenskraft. Das Werk hatte seit seiner Entstehung vor 170  Jahren nur einmal zum Verkauf gestanden, Sotheby&#8217;s hatte mit einem Erlös  von höchstens 18 Millionen Pfund gerechnet. Das bisher teuerste  Turner-Gemälde &#8222;Giudecca, La Donna della Salute&#8220; hatte im April 2006  einen Erlös von umgerechnet 29 Millionen Euro erzielt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/597/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/597/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=597&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/07/08/turner-gemalde-fur-rekordpreis-von-357-millionen-euro-versteigert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/07/jmw-modern-rome-campo-vaccino.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Modern-Rome-Campo-Vaccino</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Über das Motiv in Fotografie und Malerei.</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/06/10/uber-das-motiv-in-fotografie-und-malerei/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/06/10/uber-das-motiv-in-fotografie-und-malerei/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 20:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[hinzutun]]></category>
		<category><![CDATA[Kitsch]]></category>
		<category><![CDATA[Komposition]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst wollen]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[Manierismus]]></category>
		<category><![CDATA[Motiv]]></category>
		<category><![CDATA[weglassen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=559</guid>
		<description><![CDATA[In den Jahren 2007-2008 habe ich mich, obwohl ich selber nicht fotografiere, an den Bild-Diskussionen der FotoCommunity* beteiligt; einer Plattform, wo (einige) Berufsfotografen und (viele) Amateure ihre Aufnahmen öffentlich ausstellen können. Die FC hat verschiedene &#8216;Kanäle&#8217;, unter anderm einen für Landschaftsfotos. Während meiner Beschäftigung mit der Bedeutung der Landschaftsmalerei für die Freisetzung &#8216;des Ästhetischen&#8217; im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=559&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/naturgemalde-kratersee-island.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1895" title="Sabinr T. P.: Kratersee in Island" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/naturgemalde-kratersee-island.jpg?w=497&#038;h=742" alt="" width="497" height="742" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">In den Jahren 2007-2008 habe ich mich, obwohl ich selber nicht fotografiere, an den Bild-Diskussionen  der <a href="http://www.fotocommunity.de/"><em>FotoCommunity</em></a>* beteiligt; einer Plattform, wo (einige) Berufsfotografen und (viele) Amateure ihre Aufnahmen öffentlich ausstellen können. Die <em>FC</em> hat verschiedene &#8216;Kanäle&#8217;, unter anderm einen für Landschaftsfotos. Während meiner Beschäftigung mit der Bedeutung der Landschaftsmalerei für die Freisetzung &#8216;des Ästhetischen&#8217; im Welt- und Lebensverständnis der Moderne stieß ich auf die Frage, ob sich die Gesichtspunkte, die ich in der Geschichte der Landschaftsmalerei herausgefunden hatte, ebenso in der Landschaftsfotografie bewähren würden; also die Frage, was davon spezifisch zur <em>Landschaft,</em> und was spezifisch zur <em>Malerei</em> gehört.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Hier ein Auszug aus einem Brief:</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/kopie-von-schlanders-a21364026.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1896" title="Daniel Mercier: Schlanders" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/kopie-von-schlanders-a21364026.jpg?w=497&#038;h=334" alt="" width="497" height="334" /></a><br />
</span></p>
<p style="text-align:right;">7. 9. 07</p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">&#8230;Ich suche auf Bildern <em>nicht</em> nach einer Aussage.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Ich muß vorweg sagen: Ich bin an die <em>FC</em> durch ein eigentümliches, fast &#8216;theoretisches&#8217; Erkenntnisinteresse geraten. Ich suche dort im Gegenteil nach Bildern, die &#8216;gar nichts aussagen&#8217;. Oder anders gesagt, ich suche nach dem rein-Ästhetischen <em>an</em> den Bildern. Darunter verstehe ich Dasjenige, was vom Bild sichtbar bleibt, wenn man von allen möglichen Bedeutungen <em>außerhalb</em> des Bildrahmens abgesehen hat; also von Allem, was sich irgendwie aufs &#8216;wirkliche Leben&#8217; bezieht – und aus diesem Grund irgendwie meine Vor- oder Nachteile betrifft. Also Das, was nicht <em>&#8216;interessiert&#8217;</em>, sondern <em>&#8216;bloß erscheint&#8217;</em>. Nach Kant (das ist mein Fach, den darf ich nicht nur, den muß ich zitieren) ist &#8222;das Schöne&#8220; (=der damals übliche Name für das ästhetisch-Erhebliche) dasjenige, das &#8216;so erscheint, als ob&#8217; es seinem <em>Zweck</em> restlos entspricht, <em>ohne</em> offenbar aber einen Zweck überhaupt zu haben! &#8216;Zweckmäßigkeit ohne Zweck&#8217; oder, schlichter gesagt, das, was als <em>Zweck seiner selbst</em> erscheint, das ist das ästhetisch Gerechtfertigte, das rein-Ästhetische.</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine &#8216;Idee&#8217;, denn streng genommen &#8216;gibt es&#8217; das <em>rein</em>-Ästhetische natürlich nicht. Schon die Farben selbst haben (von irgendwelchen hirnphysiologischen Vorgängen ganz abgesehen) immer irgendeine &#8216;lebensweltliche Bedeutung&#8217;. Weiß &#8216;bedeutet&#8217; zum Beispiel für einen Eskimo sicher etwas anderes als für einen Amazonasindianer, so wie umgekehrt grün. Nun, und erst Rot oder Blau oder Gold! Von Schwarz nicht zu reden. Ebenso macht es einen Unterschied, ob regelmäßige geometrische (&#8216;Kunst&#8217;-)  oder unregelmäßige (&#8216;Natur&#8217;-) Formen verwendet werden. &#8211;  Das Ästhetische ist also besten falls <em>relativ</em> &#8216;rein&#8217; und nicht absolut. Dieses <em>relativ</em> Reine aber kann man &#8216;finden&#8217;, wenn man es darauf  &#8216;abgesehen hat&#8217;!</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/image-a21381647.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1897" title="hl. thomas: image-a21381647" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/image-a21381647.jpg?w=497&#038;h=504" alt="" width="497" height="504" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Mit der <a href="http://www.fotocommunity.de/pc/pc/pcat/300719">&#8222;Gemäldegalerie&#8220;</a> in meinem <em>Fotohome</em> versuche ich darzustellen, wie die (unbewußte) &#8216;Suche nach dem rein-Ästhetischen&#8217; die Bildende Kunst – das war damals hauptsächlich die Malerei – auf den Weg der <em>Abstraktion</em> geführt hat: das bloße Verhältnis von Flächen, Farben, Linien und Hell-Dunkel-Werten. Wobei man immer im Kopf behalten muß:  Auch ein &#8222;rein abstraktes&#8220; Bild kann &#8216;wild&#8217; oder &#8216;harmonisch&#8217; , &#8216;heiter&#8217; oder &#8216;düster’ wirken – und hat also immer noch einen &#8216;Bezug zum wirklichen Leben&#8217; und seinen <em>Interessen. </em>Wie gesagt: Das <em>rein</em>-Ästhetische &#8216;gibt es&#8217; am Ende doch nicht. Deshalb hat sich die Abstrakte Malerei schließlich als Sackgasse erwiesen (die allerdings erst gegangen werden <em>mußte,</em> um sich erweisen zu können; und was damals entstanden ist, war Kunst, während es bloß dekorativ wäre, wenn es heute entstünde. <em>XY</em> aus der FC, der als Fotograf auf meiner Buddy-Liste steht, malt solche Bilder, aber ich trau mich nicht, ihm was dazu zu sagen.)</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/21415934.jpg"><img title="Britta33:  Abendstimmung" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/21415934.jpg?w=497&#038;h=201" alt="" width="497" height="201" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Ja, soviel zur Malerei. Aber in der FC geht’s ja gerade <em>nicht</em> um Gemälde, sondern um Fotos, und mir ist klar, daß meine Sehweise dort nur am Rande eine Rolle spielen darf. Das Fotografieren ist entweder – für ganz viele – ein &#8216;Hobby&#8217; oder – für einige – ein Broterwerb; und wenn einer sie im Stillen für (s)eine <em>Kunst</em> hält, traut er&#8217;s sich nicht zu sagen. Und sie ist es auch wirklich nur (würde <em>ich</em> sagen) im <em>äußersten Fall.</em> Nämlich in einigen, nicht sehr häufigen Glücksfällen, <em>sofern man es nicht darauf anlegt.</em> (Denn wenn einer mit der Kamera &#8216;Kunst&#8217; <em>machen</em> will, kommt fast immer nur Kitsch oder Manierismus oder manierierter Kitsch zustande; dafür findet man es in der FC reichlich Beispiele.)</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/zweiseitigkeit-a21399445.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1898" title="Mr Pazaa: Zweiseitigkeit-a21399445" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/zweiseitigkeit-a21399445.jpg?w=497&#038;h=373" alt="" width="497" height="373" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Das Foto hängt in ganz anderer Weise als das Gemälde am <em>Gegenstand</em>. Der Maler sitzt vor einer kahlen Fläche, und alles, was am Ende zu sehen sein soll, muß er selber dazutun; was er nicht haben will, läßt er einfach weg. Der Fotograf hat sein &#8216;Motiv&#8217;. Er hat es selbst gewählt, wohl wahr. Aber er <em>hat</em> es nun mal, &#8216;wie es ist&#8217;. Will er was daran ändern, muß er was <em>draufsatteln,</em> sei&#8217;s vorab durch die Kameraeinstellung, sei&#8217;s danach mit Photoshop. Wenn er dann sein Motiv so verändert, daß man&#8217;s nicht wiedererkennt, darf man ruhig fragen: Wieso hat er&#8217;s dann gewählt? Soll er&#8217;s doch wegwerfen und sich ein andres wählen! Will sagen: Durch die bildnerische Technik, die er gewählt hat – die Fotografie eben – hat der Fotograf sich darauf eingelassen, <em>aus</em> Dingen, die<em> da sind,</em> dasjenige <em>herauszuholen</em>, was ihm <em>bedeutend</em> erscheint; bedeutend genug, um es gegebenenfalls mit den Möglichkeiten der modernen Technik so hevorzuheben, wie es auf  &#8216;natürliche&#8217; Weise nicht möglich wäre. (Wenn er stattdessen <em>was ganz anderes</em> zeigen will, soll er zu Pinsel und Farbe greifen.)</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;"><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/mythen-a21315985.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1899" title="Laurent Karels: Mythen-a21315985" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/mythen-a21315985.jpg?w=497&#038;h=330" alt="" width="497" height="330" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">Aber da liegt ein Haken: Für den Maler (nämlich wenn er ein <em>Künstler</em> sein will) ist es klar, daß sein Gemälde <em>Kunst</em> sein soll. Und da erwartet man heute (zu recht), daß <em>nur das Ästhetische</em> ihm &#8216;bedeutend&#8217; genug ist, um es auf die kahle Fläche aufzutragen. Ist es die Sensation, das Dekorative, die Anekdote, ein Witz, die ihm &#8216;bedeutend&#8217; sind, so wird man von Gebrauchskunst oder Kunsthandwerk reden. Dem Fotografen muß dagegen klar bleiben, daß sein Foto <em>einen Gegenstand darstellt.</em> Und dafür gibt es eine ganze Reihe von Legitimationen, wovon die Kunst die allerletzte ist, nämlich im glücklichen Ausnahmefall. Die Fotografie ist auch als Reklame gerechtfertigt, als Illustration, als entlarvende Kritik (an der Zeit, an der Kultur), als Reportage und bestimmt noch einiges andere, aber vor allen Dingen eben auch hier: als Hobby, zur Erinnerung, als Kuriosum. Und aus allen diesen Motiven heraus kann man seine Fotos in der FC veröffentlichen. Das ist mir mit meinem Blickwinkel klar und ich bemühe mich bei meinen Kommentaren (meistens) um Takt. Aber veröffentlichen heißt: an die ÖFFENTLICHKEIT bringen. Und da lauere auch ich mit meinem Blickwinkel, damit muß man rechnen. Daß einige beleidigt waren, das nehme ich mit philosophischer Gelassenheit.</span></p>
<p><a href="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/tresch-adrian-abendrot-am-oberalpstock-maderanertal.jpg"><img title="tresch adrian: Abendrot am Oberalpstock Maderanertal" src="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/tresch-adrian-abendrot-am-oberalpstock-maderanertal.jpg?w=497&#038;h=330" alt="" width="497" height="330" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;font-family:Garamond;">*) Die <em>FC </em>hat seither nachgelassen. Aber ein paar gute Bilder finden sich immer wieder; wie hier abgebildet!</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/559/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=559&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/06/10/uber-das-motiv-in-fotografie-und-malerei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/naturgemalde-kratersee-island.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Sabinr T. P.: Kratersee in Island</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/kopie-von-schlanders-a21364026.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Daniel Mercier: Schlanders</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/image-a21381647.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">hl. thomas: image-a21381647</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/21415934.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Britta33:  Abendstimmung</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/zweiseitigkeit-a21399445.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Mr Pazaa: Zweiseitigkeit-a21399445</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/mythen-a21315985.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Laurent Karels: Mythen-a21315985</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://aestheticanova.files.wordpress.com/2010/06/tresch-adrian-abendrot-am-oberalpstock-maderanertal.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">tresch adrian: Abendrot am Oberalpstock Maderanertal</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Christen Købke</title>
		<link>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/06/01/christen-k%c3%b8bke/</link>
		<comments>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/06/01/christen-k%c3%b8bke/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 07:06:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Panther Ray</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storia]]></category>
		<category><![CDATA[Christen Købke]]></category>
		<category><![CDATA[dänisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kopenhagen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://landschaftentbindung.wordpress.com/?p=526</guid>
		<description><![CDATA[aus: Neue Zürcher  Zeitung, 1. 6. 2010 Fast immer ein Sommerhimmel «Christen Købke: Danish Master of Light» in der National Gallery London Die Londoner National Gallery feiert die Wiederentdeckung von Christen Købke in einer eindrucksvollen Retrospektive. Damit würdigt zum ersten Mal eine Werkschau ausserhalb Dänemarks den Maler. Von Marion Löhndorf Nach allem, was man weiss, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=526&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke-christen-one-of-the-small-towers-on-frederiksborg-castle-18341.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-539" title="Købke Christen One of the Small Towers on Frederiksborg Castle, 1834." src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke-christen-one-of-the-small-towers-on-frederiksborg-castle-18341.jpg?w=497" alt=""   /></a></p>
<p>aus: <em>Neue Zürcher  Zeitung,</em> 1. 6. 2010<br />
<span style="font-family:Garamond;"><span style="font-size:20pt;"><strong></strong></span></span></p>
<h1><span style="color:#ffffff;"><span style="font-family:Garamond;"><span style="font-size:20pt;"><strong>Fast immer ein Sommerhimmel </strong></span></span></span></h1>
<p><span style="font-size:16pt;"><span style="font-family:Garamond;"><em>«Christen  Købke: Danish Master of Light» in der National Gallery <span style="color:#999999;">London </span></em></span></span></p>
<p><span style="color:#808080;"><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;"><strong>Die Londoner National Gallery feiert die  Wiederentdeckung von Christen Købke in einer eindrucksvollen  Retrospektive. Damit würdigt zum ersten Mal eine Werkschau ausserhalb  Dänemarks den Maler. </strong></span></span></span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;"><em>Von Marion Löhndorf</em><strong><em> </em></strong></span></span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Nach allem, was man weiss, war  Christen Købke ein schüchterner Mensch, der keine grossen Ansprüche an  seine äussere Existenz stellte. Nie hätte er sich träumen lassen, dass  er einmal als bedeutendster dänischer Maler des dänischen «Goldenen  Zeitalters», einer kulturellen Blütezeit nach den napoleonischen  Kriegen, gefeiert würde: Zu Lebzeiten (1810-1848) blieben ihm Erfolg und  Anerkennung weitgehend versagt. Mitglieder seiner grossen Familie sowie  seine Künstlerfreunde gehörten zu seinen wichtigsten Kunden &#8211; obgleich  auch der König eines seiner Bilder erstanden hatte. Ein verkanntes Genie  war er vielleicht nicht, sicher aber ein stiller, unterschätzter  Visionär. Oft haderte er mit seinem Talent, er konnte sich und seine  kleine Familie nur knapp ernähren und starb jung, mit 37 Jahren, an  Lungenentzündung. Danach geriet er lange Zeit in Vergessenheit.</span></span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Eine Entdeckung </span></span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Heute wird Købkes Werk seiner  meisterhaften Behandlung von Licht und Schatten, der unmittelbaren  Wirkung seiner Landschaften und Porträts und seiner eigenwilligen, in  die Zukunft weisenden Motive und Perspektiven wegen geschätzt. Erst  jetzt wird ihm eine erste Ausstellung ausserhalb Dänemarks gewidmet, die  einen Überblick über sein Schaffen erlaubt. Die 48 in der Londoner  National Gallery gezeigten Werke sind eine Entdeckung.</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Häufig hatte man ihm seine  Vorliebe für scheinbar unbedeutende Motive, die fehlende Abenteuerlust,  den Mangel an Heroischem und Erhabenem vorgeworfen. Eine Studienreise  nach Italien trat er 1839 nur widerwillig auf Drängen seiner  Künstlerfreunde und Mentoren an: Die davon angeregten Gemälde gehören zu  den am wenigsten strahlkräftigen und authentisch wirkenden seines rund  300 Werke umfassenden Oeuvre.</span></span></p>
<p><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke_-_the_bay_of_naples_with_vesuvius_in_the_background.jpg"><img title="Købke_-_The_Bay_of_Naples_with_Vesuvius_in_the_Background" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke_-_the_bay_of_naples_with_vesuvius_in_the_background.jpg?w=497&#038;h=354" alt="" width="497" height="354" /></a></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Seine Motive suchte Christen Købke  am liebsten in seiner Heimatstadt Kopenhagen und Umgebung. Die  Schauplätze seiner Bilder konnte er zu Fuss erreichen, sie lagen meist  gleich vor seiner Haustür. Der tiefgläubige Købke sah im Alltäglichen  und im scheinbar Nebensächlichen die Schönheit göttlicher Schöpfung.  Auch die oft ungewöhnlichen Bildausschnitte und Perspektiven, die das  Unbedeutende auf ein Podest stellten, stimmten selten mit dem Geschmack  seiner Zeitgenossen überein.</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">So wundert es kaum, dass es  aufgrund der veränderten Sehgewohnheiten und Denkmuster der Nachwelt  vorbehalten blieb, den Maler zu entdecken, der &#8211; seinen Briefen nach zu  urteilen &#8211; mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort haderte und am  liebsten in Bildern dachte. Typischerweise ist seinen Werken das  Narrative eher fremd: Es sind Momentaufnahmen einer auch in den  Bildtiteln geografisch genau bezeichneten Wirklichkeit wie «Die  nördliche Zugbrücke der Zitadelle in Kopenhagen» (1837), «Schloss  Frederiksborg nahe der Brücke von Møntbro» (1836) oder  «Zigarrenverkäufer am Nordausgang der Zitadelle» (1830).</span></span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">In seinen Bildern, die häufig von  architektonischen Elementen in einen geometrisch geordneten Rahmen  gesetzt werden, herrscht so wenig Bewegung, dass auf ihnen die Zeit  stillzustehen scheint: Zwei Frauen stehen reglos auf einem Landesteg und  blicken auf einen See, ein Ruderboot entfernt sich &#8211; dem kaum  wahrnehmbaren Wellenschlag zu urteilen &#8211; langsam («Blick von Dosseringen  am Sortedam-See nach Nørrebo», zirka 1838).</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;"><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke_-_the_north_gate_of_the_citadel.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-538" title="Købke_-_The_North_Gate_of_the_Citadel" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke_-_the_north_gate_of_the_citadel.jpg?w=497&#038;h=422" alt="" width="497" height="422" /></a><br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Auch die Menschen in «Die  nördliche Zugbrücke der Zitadelle in Kopenhagen» (1837) haben es nicht  eilig: Vier Knaben lehnen am Geländer und schauen auf den Fluss. Drei  von ihnen sind nur in Rückenansicht zu sehen. Nur die langen Schatten  des Brückenkopfes und der eines Baums ausserhalb der Bildfläche  verweisen auf das Vergehen der Zeit, ebenso wie zwei winzige,  halbverdeckte Figuren am anderen Ende der Brücke, die auf den Betrachter  zugehen. &#8211; Jedes Detail ist mit der gleichen demokratischen Sorgfalt  und Hingabe erfasst, von den Grashalmen bis zum Kopfsteinpflaster und  zum bröckelnden Mauerwerk am rechten und linken Bildrand. Es ist, wie  alle Bilder dieses Malers, ein Bild, das auch den Vorgang des  Innehaltens und des genauen Sehens feiert, den Trost des &#8211; nur leicht  idealistisch überhöhten &#8211; Sichtbaren.</span></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kobke-meerjungfrau-4-0896df81000005dc-746_634x417.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-532" title="Kobke Meerjungfrau 4-0896DF81000005DC-746_634x417" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kobke-meerjungfrau-4-0896df81000005dc-746_634x417.jpg?w=497&#038;h=326" alt="" width="497" height="326" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Trotz ihrer Realitätsnähe und  ihrer zeichnerischen Genauigkeit gehen Købkes Werke in ihrer Serenität,  Stille und Intensität über die Darstellung der materiellen Welt hinaus.  Andererseits streifen sie bei aller atmosphärischen Dichte höchstens die  Vorliebe der romantischen Maler für die Übersetzung von Landschaften in  seelische Stimmungsbilder. Købkes Landschaften erscheinen vielmehr wie  meditative Betrachtungen einer verdichteten Gegenwart &#8211; <span style="color:#999999;">mit fast  hypnotischem Effekt.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#c0c0c0;"><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Die Menschen seiner  Umgebung </span></span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">Die Direktheit seiner  Landschaftsbilder findet sich auch in den Porträts, die grosse  Vertrautheit mit seinen Modellen offenbaren. Er kannte den  alkoholisierten ehemaligen Seemann mit seinen wässrigen Augen und dem  rot geäderten Gesicht ebenso wie die Mutter eines von ihm verehrten  Mentors, des Historikers Niels Laurits Høyen. Den Schwager malte er nach  getaner Arbeit einen Zigarillo rauchend und den Künstlerfreund Wilhelm  Marstrand mit einer Blume im Mund. Mit Einfühlungsvermögen, Intelligenz  und nicht ohne Witz betrachtete der Maler die Menschen seiner Umgebung.</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;"><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/christen-kobke-northern-drawbridge-citadel-in-copenhagen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-540" title="Christen-Kobke-Northern-Drawbridge-Citadel-in-Copenhagen" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/christen-kobke-northern-drawbridge-citadel-in-copenhagen.jpg?w=497&#038;h=331" alt="" width="497" height="331" /></a><br />
</span></span></p>
<p><span style="font-size:12pt;"><span style="font-family:Garamond;">So wenig selbstbewusst, wie er  wirkte, konnte Christen Købke übrigens nicht gewesen sein. Dafür  sprechen seine kühnen Kompositionen. Schloss Frederiksborg malte er  mehrfach: Einmal zeigt er das Schloss im rosigen Abendlicht einer  konventionellen Monumentalperspektive. Es spiegelt sich im Wasser, das  fast wie ein Schatten wirkt und der Baumasse am gegenüberliegenden Ufer  zusätzliches Gewicht und Ansehen gibt. Dann aber steigt der Maler aufs  Dach des Schlosses und kehrt die Perspektive um. Wiederum ist es das  Einfache, das ihn mehr interessiert als das Imperiale. Hinter einem im  Vordergrund aufragenden Türmchen und einem Schornstein blickt er weit  hinaus aufs unter ihm liegende Land, auf die Felder und die schlichten  Häuser &#8211; in einem atemberaubenden, grossformatigen Gemälde: Den grössten  Raum auf der Leinwand nimmt, wie bei vielen seiner Landschaftsbilder,  der Himmel ein. Fast immer ist es ein Sommerhimmel.</span></span></p>
<p><span style="font-family:tlnog;"><a href="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kobke5.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-530" title="kobke5" src="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kobke5.jpg?w=497&#038;h=443" alt="" width="497" height="443" /></a><br />
</span></p>
<p><span style="font-family:ullsg,Helvetica,Arial;"><span style="font-size:x-small;">Christen Købke:  Danish Master of Light. National Gallery, London. Bis 13.  Juni 2010.  Vom 5.  Juli bis 3.  Oktober in den National Galleries of Scotland in  Edinburg. Katalog (Yale University Press, London) £  12.95.</span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/landschaftentbindung.wordpress.com/526/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/landschaftentbindung.wordpress.com/526/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=landschaftentbindung.wordpress.com&amp;blog=6317284&amp;post=526&amp;subd=landschaftentbindung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://landschaftentbindung.wordpress.com/2010/06/01/christen-k%c3%b8bke/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="http://0.gravatar.com/avatar/857c6a7b787f16236738303ba59d8623?s=96&#38;d=identicon&#38;r=G" medium="image">
			<media:title type="html">Timo Taubertal</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke-christen-one-of-the-small-towers-on-frederiksborg-castle-18341.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Købke Christen One of the Small Towers on Frederiksborg Castle, 1834.</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke_-_the_bay_of_naples_with_vesuvius_in_the_background.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Købke_-_The_Bay_of_Naples_with_Vesuvius_in_the_Background</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kc3b8bke_-_the_north_gate_of_the_citadel.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Købke_-_The_North_Gate_of_the_Citadel</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kobke-meerjungfrau-4-0896df81000005dc-746_634x417.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Kobke Meerjungfrau 4-0896DF81000005DC-746_634x417</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/christen-kobke-northern-drawbridge-citadel-in-copenhagen.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Christen-Kobke-Northern-Drawbridge-Citadel-in-Copenhagen</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://landschaftentbindung.files.wordpress.com/2010/06/kobke5.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">kobke5</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>
